Auch bekannt als
AUS-Pumpe, Steuerpumpe, Harnschließmuskelpumpe, AMS 800-Pumpe, manuelle Steuerpumpe, Schließmuskelkontrollmechanismus
Definition
Eine Skrotalpumpe ist die manuell bediente Komponente eines künstlichen Harnröhrenschließmuskels (AUS), die bei männlichen Patienten operativ im Skrotum platziert wird.1 Diese Komponente dient als Steuerungsmechanismus des AUS-Systems, das zur Behandlung der Belastungsinkontinenz entwickelt wurde.2 Die Pumpe ermöglicht es den Patienten, den Harnfluss manuell zu steuern, indem Flüssigkeit zwischen den Komponenten des AUS-Systems verschoben wird.3 Beim Zusammendrücken befördert die Skrotalpumpe Flüssigkeit von der Harnröhrenmanschette in den Druckballon, wodurch sich die Manschette entleert und der Urin durch die Harnröhre abfließen kann.4 Nach etwa 3 Minuten fließt die Flüssigkeit automatisch in die Manschette zurück, die sich dadurch schließt und weiteren Urinverlust verhindert.5
Klinischer Kontext
Die Skrotalpumpe ist eine entscheidende Komponente des Systems eines künstlichen Harnröhrenschließmuskels (AUS), das in erster Linie zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Belastungsinkontinenz bei Männern indiziert ist.1 Diese Erkrankung tritt häufig nach radikaler Prostatektomie, Strahlentherapie oder anderen urologischen Operationen auf, die den natürlichen Harnröhrenschließmechanismus beeinträchtigen können.2
Zu den Kriterien der Patientenauswahl für eine AUS-Implantation gehören:
- Persistierende mittelschwere bis schwere Belastungsinkontinenz (typischerweise >6 Monate nach dem Eingriff)3
- Erfolglose konservative Behandlung (Beckenbodentraining, Verhaltenstherapie)4
- Ausreichende manuelle Geschicklichkeit zur Bedienung der Pumpe5
- Fehlen einer Harnröhrenstriktur oder einer Blasenfunktionsstörung4
Bei der AUS-Implantation werden drei Komponenten platziert: die Harnröhrenmanschette um die bulbäre Harnröhre, der druckregulierende Ballon im retropubischen Raum und die Steuerpumpe im Skrotum.2 Die Platzierung im Skrotum ermöglicht dem Patienten einen einfachen Zugriff und eine leichte Bedienung.3 Der Eingriff kann je nach Präferenz des Chirurgen und Anatomie des Patienten über einen perinealen Zugang, einen transversalen skrotalen Zugang oder einen kombinierten Zugang erfolgen.5
Postoperativ bleibt das Implantat etwa 4–6 Wochen deaktiviert, um die Heilung zu ermöglichen.1 Nach der Aktivierung müssen die Patienten in der korrekten Bedienung der Pumpe geschult werden, einschließlich der Drucktechnik und der Wartezeit, bevor das Wasserlassen möglich ist.4 Zu den erwarteten Ergebnissen gehört eine deutliche Verbesserung der Kontinenz; in verschiedenen Studien werden Erfolgsraten von 79–90 % berichtet.3 Die Patienten sollten jedoch über mögliche Komplikationen wie mechanisches Versagen, Harnröhrenerosion und Infektion aufgeklärt werden, die eine Revision oder Entfernung des Implantats erforderlich machen können.2
