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Salvage-Penisprothese

Auch bekannt als

Penilprothesen-Salvage-Operation, IPP-Salvage, Salvage-IPP-Verfahren, Sofortiges Salvage der Penisprothese, Salvage-Reimplantation einer Penisprothese, Penisimplantat-Salvage

Definition

Ein Verfahren zur Salvage-Penisprothese ist ein chirurgischer Eingriff, der durchgeführt wird, wenn eine bestehende Penisprothese infiziert ist oder ein mechanisches Versagen aufweist. Es umfasst die Entfernung des beeinträchtigten Implantats, eine gründliche Spülung der Implantatlager zur Beseitigung der Infektion sowie die sofortige oder mehrzeitige Reimplantation einer neuen Penisprothese. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Penislänge und die Erektionsfunktion zu erhalten, die andernfalls durch eine Schwellkörperfibrose beeinträchtigt werden könnten, wenn die Infektion ausschließlich durch eine Explantation ohne sofortigen Ersatz behandelt wird.1,2 Bei dem Verfahren kann entweder eine hydraulische Penisprothese (inflatable penile prosthesis, IPP) oder eine biegsame Penisprothese verwendet werden, wobei das biegsame Implantat mitunter als temporärer Platzhalter dient, um den Schwellkörperraum zu erhalten und eine spätere Umstellung auf eine IPP zu ermöglichen.2

Klinischer Kontext

Eingriffe zur Salvage-Penisprothese sind bei Patienten indiziert, bei denen ein bestehendes Penisimplantat eine Infektion entwickelt hat oder eine Fehlfunktion aufweist und ersetzt werden muss.1,2 Penilprotheseninfektionen sind bei modernen Implantaten und Operationstechniken zwar seltener, stellen jedoch nach wie vor eine schwerwiegende Komplikation dar, die zu erheblicher Morbidität führen kann, einschließlich Penisverkürzung und Schwellkörperfibrose, wenn sie nicht adäquat behandelt wird.1 Zur Patientenauswahl für ein sofortiges Salvage-Verfahren gehören typischerweise Personen, die medizinisch stabil sind und keine unkontrollierte systemische Infektion oder ausgeprägte Gewebenekrosen aufweisen.2

Das chirurgische Vorgehen beim Salvage umfasst die akribische Entfernung aller Komponenten der infizierten oder fehlfunktionierenden Prothese. Daran schließt sich eine ausgiebige Spülung der Corpora cavernosa und anderer Implantatlager an, häufig unter Anwendung eines mehrteiligen Spülprotokolls (z. B. das Mulcahy-Salvage-Protokoll), um das Operationsfeld zu dekontaminieren.1,2 Eine neue Prothese, entweder hydraulisch oder biegsam, wird dann in derselben Operationssitzung implantiert (sofortiges Salvage) oder in einigen Fällen wird vorübergehend ein biegsames Implantat eingesetzt, um zu einem späteren Zeitpunkt durch eine IPP ersetzt zu werden.2

Die erwarteten Ergebnisse für Salvage-Eingriffe sind im Allgemeinen gut, mit hohen Raten an Infektionseradikation sowie dem Erhalt von Penisform und -funktion, wodurch die Patienten ihre sexuelle Aktivität wieder aufnehmen können.1 Die Erfolgsraten für sofortige Salvage-Eingriffe bezüglich der Infektionsfreiheit liegen in vielen Serien bei über 80 %.1 Auch die Verwendung von biegsamen Implantaten als vorübergehende Maßnahme in Salvage-Fällen hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt, die potenziell als Überbrückung zu einer definitiven IPP oder für manche Patienten sogar als zufriedenstellende Langzeitlösung dienen.2 Die Genesung umfasst eine Phase der Wundheilung und Anpassung an die neue Prothese, begleitet von Nachsorgeuntersuchungen zur Überwachung möglicher Komplikationen.

Wissenschaftliches Zitat

[1] Adams ES, Tua-Caraccia RD, Lentz AC. Narrative review of immediate salvage for penile prosthesis infection. Transl Androl Urol. 2024 Apr 18;13(4):584-595. doi: 10.21037/tau-23-277. PMID: 38721291; PMCID: PMC11074669.

[2] Lao M, Graydon RJ, Bieniek JM. Salvage penile prosthetic surgery utilizing temporary malleable implants. Transl Androl Urol. 2017 Nov;6(Suppl 5):S806-S812. doi: 10.21037/tau.2017.05.12. PMID: 29238660; PMCID: PMC5715178.

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