Zum Hauptinhalt springen

Country-Specific Sites

Penoskrotaler Zugang

Auch bekannt als

Penoskrotale Inzision, transskrotaler Zugang (für Penisprothese)

Definition

Der penoskrotale Zugang ist eine gängige chirurgische Technik zur Implantation von aufblasbaren Penisprothesen (IPPs) zur Behandlung von erektiler Dysfunktion.¹ Hierbei wird ein Querschnitt etwa 1–2 cm unterhalb des penoskrotalen Übergangs vorgenommen, der den Zugang zu den Corpora Cavernosa für die Platzierung der Prothese ermöglicht.¹ Dieser Ansatz wird von vielen Chirurgen bevorzugt, da er auch bei adipösen Patienten und erleichtern bei Bedarf die Freilegung des proximalen Unterschenkels.¹ Die Technik zielt darauf ab, Komplikationen wie Pumpenmigration und neurovaskuläre Bündelverletzungen zu minimieren, die mit anderen Ansätzen verbunden sein können.¹ Das Verfahren umfasst typischerweise eine sorgfältige Dissektion durch die Dartos-Schicht, um die Corpora Cavernosa freizulegen, gefolgt von einer Korporotomie (Einschnitte in die Corpora) zur Zylindereinführung.¹ Der penoskrotale Ansatz kann auch für die Platzierung verwendet werden von künstlichen Harnschließmuskeln (AUS), manchmal durch denselben Einschnitt, was für Patienten vorteilhaft ist, die mehrere Revisionen benötigen.¹

Klinischer Kontext

Der penoskrotale Ansatz ist klinisch indiziert für Patienten mit erektiler Dysfunktion, bei denen weniger invasive Behandlungen wie Phosphodiesterase-5-Hemmer, Vakuum-Erektionsgeräte oder intrakavernosale Injektionen versagt haben oder Kontraindikationen vorliegen und die sich für eine chirurgische Behandlung mit einer aufblasbaren Penisprothese entscheiden.¹ Die Patientenauswahl ist entscheidend und aufwändig Gründliche Beratung hinsichtlich realistischer Erwartungen, möglicher Risiken (z. B. Infektion, mechanisches Versagen, Veränderungen der Penislänge, Verletzung benachbarter Strukturen) und Vorteile des Verfahrens.¹ Zu den Kontraindikationen gehören aktive Infektionen (insbesondere Infektionen der Harnwege oder der genitalen Haut), die mangelnde Bereitschaft, sich weiteren chirurgischen Eingriffen bei Revisionen zu unterziehen, und ungelöste Probleme beim Wasserlassen.¹
Der chirurgische Eingriff unter Verwendung des penoskrotalen Zugangs umfasst bestimmte Schritte: Positionierung des Patienten (Froschbeinposition), sterile Vorbereitung und Drapierung sowie Katheterisierung.¹ Ein selbsthaltender Retraktor wird typischerweise verwendet, um die Exposition zu optimieren.¹ Der Einschnitt erfolgt quer unterhalb des penoskrotalen Übergangs, gefolgt von der Präparation der Korpora cavernosa.¹ Anschließend werden Corporotomien durchgeführt und die Corpora werden erweitert, um die Prothesenzylinder aufzunehmen.¹ Die Pumpe wird normalerweise in einer abhängigen Skrotalposition platziert, und das Reservoir wird im retropubischen Raum (Retzius-Raum) platziert, obwohl dies bei diesem Ansatz blind erfolgt, was neben einer möglicherweise erhöhten Schwellung des Skrotal im Vergleich zu einem infrapubischen Ansatz einen deutlichen Nachteil darstellt.¹ Zu den erwarteten Ergebnissen gehört im Allgemeinen die Wiederherstellung der für den Geschlechtsverkehr ausreichenden Erektionsfunktion, allerdings sollten die Patienten über mögliche Veränderungen der Penislänge oder des Penisempfindens aufgeklärt werden.¹ Die postoperative Pflege umfasst Schmerzbehandlung, Antibiotika und Anweisungen zum Gerätewechsel nach einer anfänglichen Heilungsphase.¹

Wissenschaftliches Zitat

[1] Gupta NK, Ring J, Trost L, Wilson SK, Köhler TS. The penoscrotal surgical approach for inflatable penile prosthesis placement. Transl Androl Urol. 2017 Aug;6(4):628-638. doi: 10.21037/tau.2017.07.32. PMID: 28904895; PMCID: PMC5583046.

[2] Yafi FA, Hsieh TC, Albersen M, et al. Maximizing outcomes in penile prosthetic surgery. Int J Impot Res. 2024;36:1-2. doi: 10.1038/s41443-023-00773-7.

Verwandte Rigicon Produkte