Auch bekannt als
Corporale Fibrose, Penisfibrose (wenn speziell auf die Corpora Cavernosa Bezug genommen wird), Corpus Cavernosum Fibrose, CCF (Cavernous Cavernosum Fibrosis).
Definition
Die kavernöse Fibrose, auch als Schwellkörperfibrose (Korporalfibrose) bezeichnet, ist ein krankhafter Zustand, der durch die übermäßige Bildung von fibrösem Bindegewebe (Narbengewebe) in den Schwellkörpern (Corpora cavernosa) des Penis gekennzeichnet ist.¹ Sie umfasst die Wucherung, Verhärtung und/oder Vernarbung dieses Erektionsgewebes, vor allem infolge einer übermäßigen Ablagerung von Bestandteilen der extrazellulären Matrix, insbesondere Kollagen.² Dieser Prozess führt zu einem Verlust an Elastizität und glatter Muskulatur im Schwellkörpergewebe und beeinträchtigt dessen Fähigkeit, sich auszudehnen und mit Blut zu füllen, was für das Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion unerlässlich ist. Folglich trägt die kavernöse Fibrose wesentlich zur erektilen Dysfunktion (ED) bei.³ Die Erkrankung kann auf verschiedene ätiologische Faktoren zurückgehen, darunter Alterung, Diabetes mellitus, Verletzungen des Penis, Komplikationen eines Priapismus (verlängerte Erektion), Peyronie-Krankheit, chronische Entzündungen oder bestimmte medizinische Eingriffe wie die Explantation einer infizierten Penisprothese oder langfristige intrakavernöse Injektionen vasoaktiver Medikamente.⁴ Der Hauptzweck des Verständnisses und der Erkennung der kavernösen Fibrose besteht darin, die zugrunde liegenden Ursachen der ED zu diagnostizieren und zu behandeln sowie gezielte Therapien zu entwickeln, die die fibrotischen Veränderungen verhindern oder rückgängig machen und so die Erektionsfähigkeit wiederherstellen.⁵
Klinischer Kontext
- Priapismus: Insbesondere bei therapierefraktärem Low-Flow-Priapismus, bei dem die verlängerte Erektion zu Gewebehypoxie und nachfolgender Fibrose führt.³,⁴
- Penisverletzungen: Schwere Verletzungen des Penis können einen fibrotischen Heilungsprozess in Gang setzen.³,⁴
- Komplikationen einer Penisprothese: Die Explantation einer infizierten Penisprothese ist eine häufige Vorstufe einer ausgeprägten Schwellkörperfibrose.³
- Peyronie-Krankheit: Diese Erkrankung ist durch die Bildung fibröser Plaques in der Tunica albuginea gekennzeichnet, kann aber auch das darunterliegende Schwellkörpergewebe einbeziehen.³,⁵
- Langfristige intrakavernöse Injektionen: Die langfristige Anwendung vasoaktiver Medikamente, die zur ED-Behandlung direkt in den Penis injiziert werden, kann eine Fibrose auslösen.³
- Systemische Erkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus sowie das Altern sind aufgrund von Faktoren wie oxidativem Stress und veränderten Signalwegen mit einem erhöhten Risiko für eine kavernöse Fibrose verbunden.¹,⁴ Auch Bluthochdruck und Kastration werden als ätiologische Faktoren genannt.¹
- Nach radikaler Prostatektomie: Eine Verletzung der Schwellkörpernerven während einer radikalen Prostatektomie kann zu einer Hypoxie des Schwellkörpers und nachfolgender Fibrose führen.¹
