Auch bekannt als
Peniselongation, Phalloplastik (Verlängerung), Sliding-Technik zur Penisverlängerung, Wiederherstellung der Penislänge, chirurgische Penisverlängerung, ventro-dorsale Sliding-Technik, Double-Dorsal-Ventral-Patch-Graft-Technik, modifizierte Sliding-Technik (MoST), Multiple-Slit-Technik (MUST) zur Wiederherstellung der Penislänge
Definition
Die Penisverlängerung ist ein fortgeschrittener chirurgischer Eingriff zur Vergrößerung der Penislänge bei Patienten, die aufgrund verschiedener Erkrankungen – insbesondere Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit), erektiler Dysfunktion, nach radikaler Prostatektomie oder anderen urologischen Erkrankungen – unter einer Penisverkürzung leiden.1,2 Die “Sliding-Technik” ist ein spezifischer chirurgischer Ansatz, der eine ventro-dorsale Inzision der Tunica albuginea, die Implantation einer Penisprothese und eine strategische Rekonstruktion umfasst, um eine Penisverlängerung zu erzielen.3
Dieses Verfahren ist durch Inzisionen in der Tunica albuginea gekennzeichnet, die es ermöglichen, den distalen Penis physisch vom proximalen Schaft “wegzugleiten”, wodurch die Gesamtlänge des Penis effektiv vergrößert wird.4 Die Technik kann ergänzende longitudinale ventrale und/oder dorsale Inzisionen der Tunica zur Wiederherstellung des Umfangs sowie den Verschluss der neu entstandenen rechteckigen, bogenförmigen Tunica-Defekte umfassen.5
Der primäre Zweck der Sliding-Technik besteht darin, die Penislänge sicher wiederherzustellen und gleichzeitig die erektile Dysfunktion durch eine Prothesenimplantation zu behandeln, wobei klinische Studien durchschnittliche Längenzunahmen von 3,1-3,2 cm zeigen.6,7 Diese Technik stellt einen bedeutenden Fortschritt in der rekonstruktiven Urologie dar, da sie eine Lösung für Patienten mit schwerer Penisverkürzung bietet, die zudem eine Behandlung der erektilen Dysfunktion benötigen.8
Klinischer Kontext
Eine Penisverlängerung mittels Sliding-Technik ist vor allem bei Patienten mit signifikanter Penisverkürzung in Verbindung mit erektiler Dysfunktion indiziert.1 Dieser Zustand tritt häufig in verschiedenen klinischen Szenarien auf:
1. Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit)
Die häufigste Indikation (53,8-60,1 % der Fälle), bei der fibröse Plaques in der Tunica albuginea eher eine Penisverkürzung als nur eine Verkrümmung verursachen.2,3 Patienten berichten typischerweise über eine subjektive Penisverkürzung von 1-7 cm (durchschnittlich 3,2-3,4 cm).4
2. Schwere erektile Dysfunktion
Patienten mit schwerer ED und unzureichendem Ansprechen auf pharmakologische Behandlungen (21-24,6 % der Fälle), die ebenfalls eine Penisverkürzung aufweisen.5
3. Post-Prostatektomie
Patienten, die sich einer radikalen Prostatektomie aufgrund von Prostatakrebs unterzogen haben (10,1-14,7 % der Fälle), erleiden als Komplikation häufig eine Penisverkürzung.6
4. Andere Erkrankungen
Zu den weniger häufigen Indikationen gehören Patienten nach Androgendeprivationstherapie mit oder ohne Strahlentherapie bei Prostatakrebs (3,6-7 %), nach operativer Versorgung einer Penisfraktur (2,1-2,2 %), nach Hypospadiekorrektur (0,7 %) und nach Priapismus (0,7 %).7
Kriterien für die Patientenauswahl
- Dokumentierte Penisverkürzung (typischerweise >1 cm)
- Vorliegen einer erektilen Dysfunktion, die nicht auf eine medikamentöse Therapie anspricht
- Realistische Erwartungen bezüglich der Ergebnisse
- Keine aktive Infektion oder unkontrollierter Diabetes mellitus8
Chirurgisches Verfahren
- Ventro-dorsale Inzision der Tunica albuginea
- Implantation einer Penisprothese
- Strategisches “Gleiten” (Sliding) des distalen Penis weg vom proximalen Schaft
- Verschluss der entstandenen Defekte, entweder mit Graft-Materialien oder bei modifizierten Techniken ausschließlich mit der Buck-Faszie9,10
Erwartete Ergebnisse
- Durchschnittlicher Längengewinn des Penis von 3,1-3,2 cm (Bereich 2-7 cm)11
- Signifikante Verbesserung der erektilen Funktion (durchschnittlicher Anstieg des IIEF-Scores von 22-24 Punkten zu Beginn auf 60-66 Punkte nach 6 Monaten Follow-up)12
- Hohe Patientenzufriedenheitsraten bei adäquater Erwartungshaltung13
- Mögliche Komplikationen umfassen Protheseninfektion (selten), Glansnekrose (sehr selten) und vorübergehende Glans-Hypästhesie14
