Auch bekannt als
Netzverstärkter Penisprothesenzylinder, Netzfixierte Penisprothese, Netzumhüllte Penisprothese, Modifizierte biegsame Prothese mit fixiertem Netz, Prothese nach Ghattas-Technik
Definition
Ein ummantelter Penisprothesenzylinder ist eine spezielle Modifikation eines herkömmlichen Penisimplantats, bei der der Zylinder mit einem Material wie Polypropylennetz bedeckt wird, um seinen Durchmesser zu vergrößern.1 Diese als Ghattas-Technik bekannte Methode beinhaltet die Konstruktion einer Hülle aus Polypropylennetz, die einen standardmäßigen Penisprothesenzylinder (typischerweise mit einem Durchmesser von 13 mm) umgibt und an diesem fixiert wird.1 Die Anzahl der Netzschichten kann angepasst werden, um sie an die individuelle Größe des Schwellkörpers anzupassen, wodurch eine maßgeschneiderte Lösung für Patienten mit größeren Schwellkörperdimensionen geboten wird, die einen Prothesendurchmesser benötigen, der über die standardmäßig verfügbaren Größen hinausgeht.1 Diese Modifikation erhöht die Stabilität des Implantats innerhalb des Schwellkörpers und reduziert Komplikationen wie eine penile Instabilität und Prothesenbrüche, die auftreten können, wenn Prothesen in Standardgröße bei Patienten mit größeren Schwellkörperdimensionen verwendet werden.1 Das Netz wird mit Polypropylennähten an der Prothese fixiert, was eine dauerhafte Verstärkung schafft, die die funktionellen Eigenschaften der ursprünglichen Prothese beibehält und gleichzeitig den spezifischen Bedürfnissen von Patienten mit größeren anatomischen Anforderungen gerecht wird.1
Klinischer Kontext
Ummantelte Penisprothesenzylinder werden primär in der klinischen Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) eingesetzt, die gegenüber anderen zugelassenen medikamentösen oder mechanischen Optionen refraktär, unbefriedigend oder kontraindiziert ist.1 Diese spezielle Technik ist besonders wertvoll für Patienten mit großen Schwellkörpern, die andernfalls mit Prothesen in Standardgröße unbefriedigende Ergebnisse erzielen würden.
Zu den Patientenauswahlkriterien gehören Patienten mit organischer erektiler Dysfunktion, bei denen andere Behandlungsoptionen (orale Medikamente, intrakavernöse Selbstinjektion oder Vakuumpumpen) versagt haben oder abgelehnt wurden und die größere Schwellkörperdimensionen aufweisen, die von einem Prothesendurchmesser von mehr als den standardmäßigen 13 mm profitieren würden.1 Die Technik kann auch bei eingeschränkter manueller Geschicklichkeit, posttraumatischem “feindlichem” Becken, Neoblasen, vorangegangenen beidseitigen Hernienoperationen, ausgeprägter Fibrose des Corpus cavernosum, komplexen Anatomien oder Infektionen nach Salvage-Operationen von Vorteil sein.2
Der chirurgische Eingriff umfasst eine ventrale Inzision zur Freilegung beider Corpora cavernosa, gefolgt von einer Korporotomie-Inzision und Dilatation. Nach dem Ausmessen der intrakavernösen Dimensionen wird eine Hülle aus Polypropylennetz angefertigt und um einen 13-mm-Penisprothesenzylinder gewickelt, wobei die Anzahl der Schichten an die Größe des Schwellkörpers angepasst wird. Das Netz wird anschließend mit Polypropylennähten an der Prothese fixiert und der ummantelte Zylinder in den Schwellkörper eingebracht.1
Klinische Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung der erektilen Funktion, wobei die mittleren IIEF-5-Werte von 8,3 auf 24,6 (P < 0,001) anstiegen, sowie eine hohe Patientenzufriedenheit (mittlerer EDITS-Score von 94,9).1 In der Initialstudie wurden keine schwerwiegenden Komplikationen berichtet, was darauf hindeutet, dass die Technik bei ausgewählten Patienten sicher und wirksam ist.1 Langzeitstudien sind noch erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die Haltbarkeit sowie potenzielle Komplikationen dieses Ansatzes im Zeitverlauf zu bewerten.1
