Auch bekannt als
IPP, hydraulisches Penisimplantat, aufblasbares Penisimplantat, dreiteilige Penisprothese, pumpenaktiviertes Penisgerät
Definition
Eine aufblasbare Penisprothese (IPP) ist ein chirurgisch implantiertes medizinisches Gerät zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED), indem es Männern ermöglicht, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen. Das Gerät besteht aus gepaarten Zylindern, die in die Schwellkörper des Penis implantiert werden, einer Pumpe im Hodensack und einem Flüssigkeitsreservoir im Unterbauch. Bei Aktivierung durch den Patienten wird Flüssigkeit aus dem Reservoir über die Pumpe in die Zylinder geleitet, wodurch eine Erektion entsteht. Das Gerät bleibt entleert, wenn es nicht verwendet wird, was für ein natürliches Aussehen sorgt, und kann nach der sexuellen Aktivität durch Aktivierung des Entriegelungsmechanismus in der Pumpe entleert werden.
Das IPP bietet Vorteile gegenüber nicht aufblasbaren (formbaren) Implantaten, darunter eine natürlichere Erektion, eine bessere Verdeckung des schlaffen Zustands und eine größere Steifigkeit. Moderne Geräte verfügen in der Regel über antibiotische Beschichtungen zur Verringerung des Infektionsrisikos und spezielle Zylindermaterialien zur Verbesserung der Haltbarkeit und Leistung.
Klinischer Kontext
Aufblasbare Penisprothesen sind in der Regel Patienten mit erektiler Dysfunktion vorbehalten, bei denen weniger invasive Behandlungen wie PDE5-Hemmer (z. B. Sildenafil), Vakuum-Erektionsgeräte oder intrakavernöse Injektionen fehlgeschlagen sind oder diese nicht in Frage kommen.
Zu den wichtigsten klinischen Überlegungen gehören die Patientenauswahl, die präoperative Beratung und die Operationstechnik. Die Kandidaten sollten angemessene Erwartungen und handwerkliches Geschick für die Bedienung des Geräts mitbringen. Das Verfahren ist im Allgemeinen bei Patienten mit aktiven Infektionen, unkontrolliertem Diabetes oder bestimmten psychischen Erkrankungen kontraindiziert.
Die chirurgischen Ergebnisse sind günstig und die Zufriedenheitsraten liegen sowohl bei Patienten als auch bei Partnern zwischen 85 und 95 %. Moderne Geräte weisen 5 Jahre nach der Implantation eine mechanische Zuverlässigkeit von über 90 % auf. Mögliche Komplikationen sind Infektionen (1–3 %), mechanisches Versagen, Geräteerosion oder falsche Dimensionierung. Mit Antibiotika imprägnierte und hydrophil beschichtete Implantate haben die Infektionsraten im Vergleich zu früheren Gerätegenerationen deutlich reduziert.
Der chirurgische Ansatz umfasst typischerweise entweder einen penoskrotalen oder einen infrapubischen Schnitt, wobei die Wahl von der Präferenz des Chirurgen und der Anatomie des Patienten abhängt. Die Genesung dauert im Allgemeinen 4 bis 6 Wochen vor der Aktivierung des Geräts, wobei die meisten Patienten innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach der Operation zu normalen Aktivitäten zurückkehren.
