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Implantatdeaktivierung

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Auch bekannt als

AUS-Deaktivierung, Schließmuskeldeaktivierung, Manschettenentleerung, Dekompression des Geräts, vorübergehende Schließmuskeldeaktivierung, künstliche Schließmuskeldeaktivierung, Deaktivierung des Harnkontrollgeräts

Definition

Gerätedeaktivierung bezieht sich auf den Prozess der vorübergehenden Deaktivierung eines künstlichen Harnröhrenschließmuskels (AUS), indem die Hodensackpumpe so manipuliert wird, dass Flüssigkeit aus der Harnröhrenmanschette freigesetzt wird, wodurch der Druck auf die Harnröhre verringert wird.1 Dieses Verfahren umfasst eine bestimmte Abfolge von Aktionen: Entleeren der Manschette durch mehrmaliges Zusammendrücken des Pumpballs, Ermöglichen einer teilweisen Wiederbefüllung zum Druckausgleich und Drücken der Deaktivierungstaste, um das Gerät zu verriegeln eine offene Position.2 Die Deaktivierung wird bestätigt, wenn der interne Stift in der unteren Position verriegelt ist und ein Grübchen im Pumpball verbleibt, was darauf hinweist, dass die Harnröhrenmanschette entleert bleibt und keine Kompression auf das Harnröhrengewebe ausgeübt wird.3

Klinischer Kontext

Die Deaktivierung des Geräts ist ein entscheidender Vorgang bei der Behandlung von Patienten mit künstlichen Harnschließmuskeln und wird vor allem bei Männern angewendet, die nach einer Prostataoperation unter Belastungsharninkontinenz leiden.1 Klinisch dient die Deaktivierung mehreren wesentlichen Zwecken: Sie ist vor der Harnröhrenkatheterisierung obligatorisch, um eine Kompression des Harnröhrengewebes zwischen Katheter und Manschette zu verhindern, was zu einer verminderten Durchblutung und anschließenden Erosion des Geräts in der Harnröhre führen könnte Lumen.3

Der Eingriff wird routinemäßig während der postoperativen Heilungsphase durchgeführt, typischerweise 6–8 Wochen nach der AUS-Implantation, damit der Operationsbereich und die Harnröhre ohne Kompression richtig heilen können.1 Gesundheitsdienstleister können auch eine regelmäßige Deaktivierung während des Schlafs empfehlen, um den kontinuierlichen Druck auf das Harnröhrengewebe zu verringern und so das Risiko einer Harnröhrenatrophie oder Erosion im Laufe der Zeit zu minimieren.2

Zu den Patientenauswahlkriterien für die AUS-Implantation, die Kenntnisse über die Deaktivierung des Geräts erfordern, gehört die Bewertung der manuellen Geschicklichkeit und der kognitiven Fähigkeit, den Pumpmechanismus ordnungsgemäß zu bedienen.1 Der chirurgische Eingriff umfasst die Platzierung des dreiteiligen Systems (Harnröhrenmanschette, Pumpe und druckregulierender Ballon), wobei die Pumpe für einen einfachen Zugang und eine einfache Handhabung im Hodensack positioniert wird.2

Zu den erwarteten Ergebnissen einer ordnungsgemäßen Deaktivierung des Geräts gehören eine längere Lebensdauer des Geräts, geringere Komplikationsraten (insbesondere Erosion und Infektion) und eine verbesserte Lebensqualität für Patienten mit Belastungsharninkontinenz.3

Wissenschaftliches Zitat

[1] Carson CC. Artificial urinary sphincter: current status and future directions. Asian J Androl. 2020;22(2):154-157. DOI: 10.4103/aja.aja_5_20

[2] Brant WO, Erickson BA, Elliott SP, et al. Risk factors for erosion of artificial urinary sphincters: a multicenter prospective study. Urology. 2014;84(4):934-938. DOI: 10.1016/j.urology.2014.05.043

[3] Chung E, Cartmill R. The Asia‐Pacific AMS800 artificial urinary sphincter consensus statement: A comprehensive guide to troubleshooting and optimizing outcomes. Int J Urol. 2023;30(1):10-19. DOI: 10.1111/iju.15083

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