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Retropubische Suspension

Auch bekannt als

Offene retropubische Kolposuspension, Marshall-Marchetti-Krantz-Operation (MMK), Laparoskopische retropubische Kolposuspension, Nadelsuspension, Kolposuspension nach Burch

Definition

Die retropubische Suspension ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung der Belastungsinkontinenz (SUI), bei der es bei Aktivitäten, die den intraabdominellen Druck erhöhen – wie Lachen, Husten, Niesen, Heben oder Sport –, zu unwillkürlichem Urinverlust kommt. Ziel der Operation ist es, den Blasenhals und die Harnröhre anzuheben und zu stützen, um deren Verschlussfähigkeit zu verbessern und Urinverlust zu verhindern. Dies wird erreicht, indem der Blasenhals, ein Teil der Vaginalwand und die Harnröhre an den Knochen und Bändern im Becken vernäht werden. Der Eingriff kann entweder offen-chirurgisch über einen Unterbauchschnitt oder laparoskopisch über kleinere Inzisionen unter Visualisierung der inneren Organe mittels Laparoskop durchgeführt werden.¹

Klinischer Kontext

Die retropubische Suspension wird vor allem zur Behandlung der Belastungsinkontinenz (SUI) bei Frauen eingesetzt, insbesondere wenn konservative Therapien wie Blasentraining, Beckenbodentraining (Kegel-Übungen) oder Medikamente wirkungslos geblieben sind. Die Patientinnenauswahl umfasst typischerweise Personen mit erheblichem Urinverlust bei körperlicher Aktivität infolge einer Senkung von Blasenhals und Harnröhre. Das gängigste Verfahren der retropubischen Suspension ist die Kolposuspension nach Burch, bei der die Vaginalwand am Cooper’schen Ligament nahe dem Schambein fixiert wird, um Halt zu geben. Die Operation kann offen-chirurgisch (größerer Schnitt) oder laparoskopisch (kleinere Schnitte) durchgeführt werden. Die Erholungszeit variiert: Bei der laparoskopischen Operation ist eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nach 1-2 Wochen möglich, bei der offenen Operation nach 2-4 Wochen. Eine vollständige Genesung, einschließlich des Verzichts auf schweres Heben, dauert in der Regel mindestens 6 Wochen. Die meisten Frauen erfahren eine deutliche Besserung der SUI-Symptome mit Heilungsraten von etwa 90% im ersten Jahr und 70% nach fünf Jahren. Zu den potenziellen Risiken gehören postoperative Miktionsbeschwerden, neu auftretende Drangsymptome, innere Blutungen, Infektionen, Organverletzungen oder ein Beckenorganprolaps.²

Wissenschaftliches Zitat

[1] Lapitan MCM, Cody JD, Mashayekhi A. Open retropubic colposuspension for urinary incontinence in women. Cochrane Database Syst Rev. 2017 Jul 25;7(7):CD002912. DOI: 10.1002/14651858.CD002912.pub7.