Auch bekannt als
Prostaglandin E1, PGE1, PGE-1, l-Prostaglandin E1, Alprostadilum, Befar, Caverject, Caverject Impulse, Edex, Muse, Vitaros, Femprox, Topiglan, Alprox-TD, Liprostin, Prostandin, Prostin VR Pediatric, Prostavasin, Lipoprost, Promostan, Prostivas, l-PGE1, PGE1alpha, (11alpha,13E,15S)-11,15-dihydroxy-9-oxoprost-13-en-1-oic acid, (-)-Protaglandin E1
Definition
Alprostadil ist ein synthetisches Prostaglandin-E1-(PGE1)-Analogon, das primär als Zweitlinientherapie bei erektiler Dysfunktion bei Männern eingesetzt wird, wenn eine orale Therapie versagt hat.1 Es wirkt durch Bindung als Agonist an Prostaglandinrezeptoren (z. B. EP2) und aktiviert dadurch die Adenylatcyclase. Dies führt zu einer Akkumulation von 3’5′-zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP), das für die pharmakologischen Wirkungen des Medikaments verantwortlich ist, einschließlich einer Relaxation der glatten Muskulatur, die zu einer Vasodilatation (Steigerung des peripheren und intrakavernösen Blutflusses), Bronchodilatation und Hemmung der Thrombozytenaggregation führt.1
Klinischer Kontext
Alprostadil ist von der FDA als Zweitlinientherapie bei erektiler Dysfunktion zugelassen, wenn orale Erstlinientherapien wie Phosphodiesterase-Typ-5-(PDE5)-Inhibitoren (z. B. Sildenafil) wirkungslos bleiben.1 Es kann mittels intrakavernöser Injektion, intraurethralem Suppositorium oder topischer Creme verabreicht werden.2 Das Medikament wirkt durch Relaxation des glatten Muskelgewebes des Corpus cavernosum, erweitert die Kavernosenarterien, steigert den Blutfluss und führt so zu einer Erektion.1
Für die Behandlung der erektilen Dysfunktion ist Alprostadil in verschiedenen Formulierungen erhältlich:
- Intrakavernöse Injektion: Alprostadil ist der einzige von der FDA zugelassene Wirkstoff für intrakavernöse Injektionen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion.1 Klinische Studien haben gezeigt, dass intrakavernöses Alprostadil bei 70–80 % der Patienten mit erektiler Dysfunktion wirksam ist.3
- Intraurethrales Suppositorium (MUSE – Medicated Urethral System for Erection): Diese weniger invasive Alternative hat bei etwa 43 % der Patienten eine Wirksamkeit gezeigt.4
- Topische Creme (Vitaros, Femprox): Topische Alprostadil-Creme hat sich als wirksam und gut verträglich erwiesen und steigerte den Score für die erektile Funktion im International Index of Erectile Function um bis zu 13 Punkte gegenüber dem Ausgangswert.2 Sie bietet eine weniger invasive Option mit geringeren systemischen Nebenwirkungen.
Alprostadil kann auch mit anderen Medikamenten kombiniert werden, beispielsweise in der als “Trimix” bekannten Formulierung, die Papaverin, Phentolamin und Alprostadil enthält.1 Diese Kombination ist bei Verabreichung über eine intrakavernöse Injektion besonders wirksam.
Über die erektile Dysfunktion hinaus ist Alprostadil auch von der FDA zur vorübergehenden Aufrechterhaltung der Offenheit des Ductus arteriosus bei Neugeborenen mit duktusabhängigem angeborenem Herzfehler bis zum chirurgischen Eingriff zugelassen.1 Weitere klinische Anwendungen umfassen die Behandlung ischämischer Veränderungen bei Patienten mit Raynaud-Phänomen, die Behandlung der diabetischen peripheren Neuropathie, die Prävention der kontrastmittelinduzierten Nephropathie sowie den Einsatz nach Lebertransplantation zur Verbesserung des hepatischen Gefäßflusses und zur Reduktion von Ischämie-Reperfusionsschäden.1
Zu den Patientenauswahlkriterien für eine Alprostadil-Therapie gehören typischerweise Personen, die:
- auf orale PDE5-Inhibitoren nicht angesprochen haben oder diese nicht vertragen2
- Kontraindikationen für PDE5-Inhibitoren aufweisen (z. B. Nitrateinnahme)1
- an einer erektilen Dysfunktion verschiedener Ätiologien leiden (vaskulogene, psychogene oder gemischte Ursachen)2
- einen diagnostischen Test auf erektile Dysfunktion benötigen3
