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Sexuelle Versagensangst

Auch bekannt als

SPA, sexuelle Selbstzweifel, Stress durch erektile Dysfunktion, Intimitätsstress, sexuelle Angst, sexuelle Beklemmung, sexuelle Angstzustände, sexuelle Neurose, sexuelles Unbehagen, sexuelle Paranoia, sexuelle Furcht

Definition

Sexuelle Versagensangst ist eine Form der Leistungsangst, die mit Furcht oder Sorgen im Zusammenhang mit sexueller Aktivität einhergeht. Dies kann während des Geschlechtsverkehrs oder bereits davor auftreten. Der Begriff “sexuelle Versagensangst” wird manchmal einfach zu Leistungsangst verkürzt. Sexuelle Versagensangst wird mitunter mit einer erektilen Dysfunktion verwechselt. Obwohl sexuelle Versagensangst manchmal zu einer erektilen Dysfunktion führen kann, handelt es sich um zwei unterschiedliche Zustände.¹ Eine erektile Dysfunktion ist die physische Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, und sexuelle Versagensangst bezeichnet sexuelle Sorgen oder die Angst davor, einen Partner nicht befriedigen zu können, eine Erektion nicht bekommen oder aufrechterhalten zu können, oder sonstige Faktoren.

Klinischer Kontext

Sexuelle Versagensangst (SPA) ist ein weit verbreitetes Problem, das die sexuelle Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden eines Menschen erheblich beeinträchtigen kann. Sie wird im klinischen Umfeld häufig festgestellt, wenn sich Patienten mit sexuellen Funktionsstörungen wie erektiler Dysfunktion (ED) bei Männern oder vermindertem sexuellen Verlangen, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bei Frauen vorstellen. SPA kann sich bei Männern auch als vorzeitige Ejakulation oder verzögerte Ejakulation sowie bei beiden Geschlechtern als Unfähigkeit zum Erreichen des Höhepunkts oder Orgasmus äußern.¹

Patientenauswahlkriterien: Personen, die vor oder während des Geschlechtsverkehrs Furcht, Sorgen oder negative Gedanken im Zusammenhang mit sexueller Aktivität verspüren, kommen für eine Untersuchung auf SPA infrage. Dies umfasst Personen mit früheren negativen sexuellen Erfahrungen, Verunsicherungen bezüglich des Körperbilds, allgemeinem Stress oder Angstzuständen sowie Beziehungsproblemen. Sie ist besonders relevant für Männer unter 40 Jahren, die sich mit ED ohne vaskuläre Risikofaktoren vorstellen, bei denen SPA eine häufige zugrunde liegende Ursache ist.¹

Relevante Erkrankungen: SPA ist eng mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen und generalisierter Angst verknüpft und kann diese verstärken. Sie kann zudem zu einem Teufelskreis sexueller Funktionsstörungen beitragen. Umgekehrt können Erkrankungen wie Atherosklerose, niedrige Testosteronspiegel und Substanzmissbrauch zu sexuellen Funktionsstörungen beitragen, was wiederum eine SPA auslösen oder verschlimmern kann.¹

Erwartete Ergebnisse: Die Behandlung einer SPA umfasst häufig eine Psychotherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), und gelegentlich Medikamente. Eine erfolgreiche Behandlung kann zu einer Verringerung der Angstsymptome, einer verbesserten Sexualfunktion und einer gesteigerten allgemeinen sexuellen Zufriedenheit führen. Achtsamkeitsmeditation und Yoga sind ebenfalls wirksame Bewältigungsstrategien. Eine offene Kommunikation mit Sexualpartnern ist für positive Behandlungsergebnisse ebenfalls von entscheidender Bedeutung.¹

Wissenschaftliches Zitat

[1] Pyke RE. Sexual Performance Anxiety. J Sex Med 2020;8:183-190. DOI: 10.1016/j.sxmr.2019.07.001

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