Auch bekannt als
Flüssigkeitsreservoir, Penisimplantat-Reservoir, IPP-Reservoir, Prothesenflüssigkeitskammer, Kochsalzreservoir, Reservoir für hydraulische Penisprothesen (IPPR)
Definition
Ein Reservoir (Implantat) ist eine flüssigkeitsgefüllte Behälterkomponente einer hydraulischen Penisprothese, die Kochsalzlösung speichert, wenn sich das Implantat im erschlafften Zustand befindet.1 Es besteht aus einer Polyurethan-Elastomer-Hülle und einem Silikon-Elastomer-Schlauchadapter, die mittels Silikon-Elastomer-Klebstoff verbunden sind.2 Das Reservoir wird während der Penisprothesenimplantation typischerweise im anterioren lateralen Bereich des perivesikalen Raums hinter dem Musculus rectus abdominis implantiert.3 Es fungiert als Speicherkammer für die Flüssigkeit, die bei Aktivierung des Systems in die aufblasbaren Zylinder im Penis transferiert wird, wodurch dem Patienten eine Erektion ermöglicht wird.4 Wenn der Patient eine Detumeszenz wünscht, ermöglicht das Zusammendrücken des Ablassventils den passiven Rückfluss der Flüssigkeit in das Reservoir, wodurch der Penis in seinen erschlafften Zustand zurückkehrt.5
Klinischer Kontext
Die Reservoirkomponente einer hydraulischen Penisprothese ist bei der operativen Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED), die auf andere Behandlungsformen nicht anspricht, von klinischer Relevanz.1 Die Patientenselektion für dieses Verfahren umfasst typischerweise Männer mit schwerer ED, bei denen pharmakologische Interventionen, Vakuumpumpen oder andere weniger invasive Behandlungen versagt haben oder ungeeignet sind.2
Während der präoperativen Planung ist eine detaillierte Erhebung der chirurgischen Anamnese des Patienten entscheidend, da größere Beckenoperationen wie radikale Prostatektomie, radikale Zystektomie, kolorektale Chirurgie und Nierentransplantation Anpassungen bei der Reservoirplatzierung erforderlich machen können.3 Das Abdomen sollte auf chirurgische Inzisionen untersucht werden, die die pelvinen Gewebeschichten beeinträchtigen könnten, und Strahlentherapie-Markierungen können dabei helfen, eine vorangegangene Strahlentherapie bei Prostatakrebs zu identifizieren, welche die Reservoirpositionierung beeinflussen kann.4
Die chirurgische Implantation des Reservoirs erfolgt unter Vollnarkose. Bei der Implantation einer 3-teiligen hydraulischen Penisprothese kann der Operateur je nach Präferenz und Patientenanatomie einen infrapubischen oder penoskrotalen Zugang wählen.5 Beim infrapubischen Zugang erfolgt die Platzierung des Reservoirs unter direkter Sicht, während der penoskrotale Zugang eine blinde Platzierung des Reservoirs im Spatium retzii erfordert.6
Postoperativ benötigen die Patienten eine Einweisung in die Bedienung und Handhabung des Systems. Das Reservoir fasst je nach speziellem Implantatmodell typischerweise etwa 65–100 ml sterile Kochsalzlösung.7 Zu den spezifisch die Reservoirkomponente betreffenden Komplikationen gehören Autoinflation, Reservoirherniation, Arrosion benachbarter Strukturen oder Flüssigkeitsleckagen.8 Radiologen sollten sich darüber im Klaren sein, dass das Reservoir in bildgebenden Untersuchungen als Zufallsbefund imponieren und bei Patienten, die ihr Implantat nicht angeben, pathologische Zustände wie Abszesse oder Hämatome vortäuschen kann.9
