Auch bekannt als
ProACT, Adjustable Continence Therapy, ProACT-System, periurethrales justierbares Ballonimplantat, verstellbare periurethrale Ballons, Doppelballon-Kontinenztherapie
Definition
Die justierbare Doppelballon-Kontinenztherapie (DBACT) ist eine minimal-invasive Behandlung der männlichen Belastungsinkontinenz, bei der zwei justierbare Silikonballons beidseits im periurethralen Raum unmittelbar distal des Blasenhalses implantiert werden.1 Jeder Ballon ist über einen Zuleitungsschlauch mit einem Titanport verbunden, der subkutan im Skrotum platziert wird und postoperative Volumenanpassungen ohne erneuten chirurgischen Eingriff ermöglicht.2 Die Ballons erhöhen den Blasenauslasswiderstand durch Druckausübung auf die proximale Urethra, was dazu beiträgt, einen unwillkürlichen Urinverlust bei erhöhtem intraabdominellem Druck zu verhindern.3 Diese Therapie ist primär für Männer indiziert, die nach einer Prostataoperation, insbesondere nach einer radikalen Prostatektomie oder einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP), an einer Belastungsinkontinenz leiden.4 Die Einstellbarkeit der DBACT ermöglicht es dem Arzt, das Ausmaß der Urethralkompression individuell an die Bedürfnisse des Patienten anzupassen, um die Kontinenzergebnisse zu optimieren und gleichzeitig das Risiko eines Harnverhalts zu minimieren.5
Klinischer Kontext
DBACT ist klinisch für die Behandlung der männlichen Belastungsinkontinenz indiziert, insbesondere bei Patienten nach radikaler Prostatektomie oder transurethraler Resektion der Prostata.1 Zu den Patientenauswahlkriterien gehören: persistierende Belastungsinkontinenz seit mindestens 12 Monaten nach dem Prostataeingriff, Versagen konservativer Behandlungen wie Beckenbodentraining, Fehlen signifikanter anatomischer Anomalien oder Harnröhrenstrikturen sowie eine ausreichende Urethramobilität.2 Der chirurgische Eingriff wird unter Allgemeinanästhesie ambulant durchgeführt, wobei über zwei kleine Inzisionen die Ballons beidseits der Harnröhre unmittelbar distal des Blasenhalses platziert werden, während die Ports subkutan im Skrotum positioniert werden.3
Das postoperative Management umfasst Anpassungen des Ballonvolumens ab 2–4 Wochen nach der Implantation mit schrittweisen Veränderungen von 0,5–1,0 ml pro Seite, bis eine optimale Kontinenz erreicht ist.4 Die klinischen Ergebnisse sind vielversprechend; Studien berichten von einer Wirksamkeit bei 85–91 % der Patienten, einer signifikanten Symptomverbesserung bei 80 % und vollständiger Kontinenz bei 70 % nach entsprechenden Anpassungen.5 Zu den Kontraindikationen zählen aktive Harnwegsinfektionen, Detrusorinstabilität, überwiegende Dranginkontinenz, Restharnmengen von mehr als 100 ml, kürzlich erfolgte oder geplante Strahlentherapie, Verdacht auf Blasenkarzinom, unbehandelte Blasensteine und Gerinnungsstörungen.2 Komplikationen sind im Allgemeinen geringfügig; am häufigsten treten vorübergehende Beschwerden an der Implantationsstelle auf, während schwerwiegendere Komplikationen wie Perforation, Migration, Erosion oder Infektion seltener vorkommen und eine Entfernung des Systems erfordern können.4
