Auch bekannt als
Prostatanadelbiopsie, TRUS-gesteuerte Prostatabiopsie, transrektale ultraschallgesteuerte Prostatabiopsie, transperineale Prostatabiopsie, MRT-TRUS-Fusionsbiopsie, gezielte Prostatabiopsie, systematische Prostatabiopsie, Kernnadelbiopsie der Prostata
Definition
Die Prostatabiopsie ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem mit einer speziellen Nadel kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen und anschließend unter dem Mikroskop auf Krebszellen oder andere abnorme Zellen untersucht werden.1 Die Prostata, die nur bei Männern vorkommt, liegt unterhalb der Blase, umschließt die Harnröhre und ist an der Bildung der Samenflüssigkeit beteiligt.2 Die Biopsie gilt als diagnostischer Goldstandard für den Nachweis von Prostatakrebs.3 Sie wird in der Regel über einen von zwei Hauptzugängen durchgeführt: den transrektalen Zugang (durch den Enddarm) oder den transperinealen Zugang (durch die Haut zwischen Hodensack und Enddarm).4 Zur Darstellung der Prostata und zur Führung der Biopsienadel wird üblicherweise Ultraschall eingesetzt, um eine genaue Probenentnahme sicherzustellen.5
Klinischer Kontext
Eine Prostatabiopsie ist in erster Linie bei klinischem Verdacht auf Prostatakrebs indiziert.1 Die Entscheidung für eine Biopsie ist komplex und sollte individuell unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren getroffen werden.3 Die wichtigsten Indikationen sind:
- Auffällige digital-rektale Untersuchung (DRU): Wenn eine medizinische Fachkraft bei der körperlichen Untersuchung Knoten, eine Asymmetrie oder eine diffuse Verhärtung feststellt.1
- Erhöhtes prostataspezifisches Antigen (PSA): Männer mit PSA-Werten über 4 ng/ml und unauffälliger DRU haben ein Krebsrisiko von 30–35 %.1 Ein Krebsrisiko besteht jedoch bei jedem PSA-Wert, und bei der Entscheidung sollten die PSA-Dichte, freie und Gesamtwerte sowie patientenspezifische Risikofaktoren wie Alter und Familienanamnese berücksichtigt werden.3
- Verdächtige Befunde in der Bildgebung: Insbesondere Läsionen, die in der multiparametrischen MRT (mpMRT) mit Scores von 4 oder 5 nach dem Prostate Imaging Reporting and Data System 2 (PI-RADS2) identifiziert werden und auf eine hohe oder sehr hohe Wahrscheinlichkeit eines klinisch signifikanten Karzinoms hinweisen.1
Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und kann je nach Zugang und patientenbezogenen Faktoren in Lokalanästhesie, unter Sedierung oder in Vollnarkose erfolgen.4 Beim transrektalen Zugang wird eine Ultraschallsonde in den Enddarm eingeführt, um die Prostata darzustellen, und mit einer federgespannten Biopsienadel werden mehrere Gewebeproben entnommen.2 Beim transperinealen Zugang wird die Nadel durch die Haut zwischen Hodensack und Enddarm eingeführt.4
Nach dem Eingriff sind in der Regel nur geringe Einschränkungen erforderlich, allerdings können vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, darunter Blut im Urin, im Stuhl oder im Sperma, leichte Schmerzen oder Beschwerden und selten eine Infektion oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen.5 Diese Symptome klingen in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.3
Die vom Pathologen untersuchten Biopsieergebnisse helfen, das Vorliegen eines Karzinoms, seinen Differenzierungsgrad (Gleason-Score) und seine Ausdehnung zu bestimmen, die die Therapieentscheidungen leiten.3 Auch bei negativen Ergebnissen kann eine weitere Überwachung mit regelmäßigen PSA-Tests angezeigt sein, während positive Ergebnisse zu einer weiteren Abklärung und Therapieplanung entsprechend den Eigenschaften des Karzinoms führen.5
