Auch bekannt als
Furlow-Insertionswerkzeug, Furlow-Passer, Furlow-Einweg-Insertionswerkzeug, Furlow-Implantationsinstrument, Keith-Nadel-Passer, Penisimplantat-Inserter
Definition
Der Furlow-Inserter ist ein spezialisiertes chirurgisches Instrument, das für die Platzierung von Schwellkörperzylindern während der Implantation von Peniskomponenten entwickelt wurde.1 Dieses Präzisionswerkzeug erleichtert das genaue Einführen und Positionieren von hydraulischen oder semirigiden Penisimplantatkomponenten in den Schwellkörpern (Corpora cavernosa).2 Er besteht aus einem langen, schlanken Schaft mit Messmarkierungen, einem ergonomischen Griff und einem speziellen Nadelmechanismus, der eine kontrollierte Passage durch das Schwellkörpergewebe ermöglicht.3 Das Instrument erfüllt eine doppelte Funktion: sowohl als Insertionswerkzeug als auch als Messinstrument zur Größenbestimmung bei Eingriffen zur Penisimplantation.4 Moderne Versionen umfassen sowohl wiederverwendbare Modelle aus Edelstahl als auch Einwegvarianten, die zur Reduzierung des Infektionsrisikos entwickelt wurden.5
Klinischer Kontext
Der Furlow-Inserter wird primär bei chirurgischen Eingriffen zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt, die nicht auf pharmakologische Therapien anspricht.1 Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Implantation von sowohl hydraulischen als auch semirigiden Penisimplantaten, die als Goldstandard-Behandlung für die medikamentenrefraktäre erektile Dysfunktion gelten.2
Das Instrument wird von Urologen und auf prothetische Urologie spezialisierten Chirurgen verwendet, um einen Führungskanal durch die Corpora cavernosa für die präzise Platzierung der Prothesenzylinder zu schaffen.3 Während des Eingriffs verwendet der Chirurg nach der Schwellkörperdilatation den Furlow-Inserter, um eine am Prothesenzylinder befestigte Keith-Nadel durch das distale Corpus cavernosum zu führen, was die korrekte Positionierung des Implantats ermöglicht.4
Zu den Patientenauswahlkriterien für Eingriffe unter Verwendung des Furlow-Inserters gehören Männer mit erektiler Dysfunktion, bei denen weniger invasive Behandlungen versagt haben oder ungeeignet sind, einschließlich Patienten mit Peyronie’scher Erkrankung (Induratio penis plastica), die Begradigungseingriffe erfordert, erektiler Dysfunktion nach Priapismus sowie Revisionsfällen nach vorausgegangenem Implantatversagen.5
Neuere klinische Studien haben Infektionsrisiken bei wiederverwendbaren Furlow-Insertern hervorgehoben, wobei Untersuchungen zeigen, dass eine unzureichende Reinigung und Sterilisation zu Protheseninfektionen beitragen kann.2 Dies hat zur Entwicklung von Einwegversionen geführt, die diesen Risikofaktor eliminieren sollen, da die durchschnittlichen Kosten für die Behandlung einer infizierten Peniskorpusprothese etwa 35.000 $ betragen.3
