Auch bekannt als
Harnröhrenschmerzsyndrom, symptomatische Abbakteriurie, schmerzhaftes Wasserlassensyndrom, chronisches Harnröhrensyndrom, akutes Harnröhrensyndrom, Harnröhrenbeschwerdensyndrom
Definition
Das Harnröhrensyndrom ist definiert als ein Zustand, der durch Symptome gekennzeichnet ist, die auf eine Infektion der unteren Harnwege hindeuten, bei denen jedoch keine signifikante Bakteriurie mit einem herkömmlichen Erreger vorliegt.1 Es stellt sich als anhaltender oder wiederkehrender episodischer Harnröhrenschmerz dar, der normalerweise beim Wasserlassen auftritt und von häufigem Wasserlassen am Tag und Nykturie begleitet wird, ohne dass Anzeichen einer nachgewiesenen Infektion oder einer anderen offensichtlichen Pathologie vorliegen.2 Der Zustand ist durch Harnausscheidung gekennzeichnet Dringlichkeit, Häufigkeit, Dysurie und manchmal suprapubische und Rückenschmerzen sowie Harnverhaltung ohne objektive urologische Befunde.3 Das Harnröhrensyndrom tritt häufiger bei Frauen auf, insbesondere im gebärfähigen Alter, es wurde jedoch auch bei Kindern und Männern berichtet.3
Klinischer Kontext
Das Harnröhrensyndrom ist eine sehr häufige Erkrankung; Ungefähr die Hälfte der Patienten, die ihren Hausarzt aufgrund von häufigem Wasserlassen und/oder Dysurie aufsuchen, haben keine signifikante Bakteriurie.1 Die Erkrankung betrifft typischerweise Frauen im gebärfähigen Alter, obwohl sowohl bei Kindern als auch bei Männern darüber berichtet wurde.3
Die Diagnose des Harnröhrensyndroms basiert in erster Linie auf den Symptomen und ist im Wesentlichen eine Ausschlussdiagnose.3 Eine gründliche diagnostische Beurteilung ist von entscheidender Bedeutung, da die Symptome nicht von denen zu unterscheiden sind, die durch Harnwegsinfektionen, Tumore, Steine, interstitielle Zystitis und viele andere Erkrankungen verursacht werden.3 Der erste diagnostische Schritt umfasst eine umfassende urologische Untersuchung mit Urinanalyse, Kultur und Zytologie.3 Bei ausgewählten Patienten Weitere radiologische Untersuchungen, urodynamische Untersuchungen und Zystoskopie können erforderlich sein.3 Bei Frauen müssen gynäkologische Probleme ausgeschlossen werden, und eine psychologische Untersuchung sollte Teil der multidisziplinären Beurteilung sein.3
Als mögliche Ursachen wurden sowohl infektiöse Ursachen (wie Laktobazillen und sexuell übertragbare Krankheitserreger) als auch nicht infektiöse Ursachen (wie Traumata, Allergien, anatomische Merkmale und gleichzeitig bestehende Erkrankungen) vorgeschlagen.1 Zu den Risikofaktoren können sexuell übertragbare Infektionen, bestimmte Lebensmittel (Koffein, scharfe Speisen, Alkohol), chemische Reizstoffe in Körperpflegeprodukten, frühere Harnwegsinfektionen und sexuelle Erkrankungen gehören Geschlechtsverkehr.4
Die Behandlungsmöglichkeiten variieren je nachdem, ob die Erkrankung akut oder chronisch ist. Beim akuten Harnröhrensyndrom werden häufig Antibiotika verschrieben, da es im klinischen Umfeld schwierig ist, zwischen Harnwegsinfektion und Harnröhrensyndrom zu unterscheiden.1 Beim chronischen Harnröhrensyndrom hängt die Behandlung davon ab, ob die Anfälle mit einer Bakteriurie einhergehen oder ob urologische Untersuchungen Auffälligkeiten ergeben.1 Verschiedene Behandlungsmethoden, darunter Antibiotika, Alphablocker, Akupunktur und Lasertherapie, haben sich gezeigt Erfolg.2 Psychologische Unterstützung ist für Betroffene, insbesondere Frauen, sehr wichtig.2 Management erfordert einen multidisziplinären Ansatz, und die beste Behandlung erfolgt oft durch Versuch und Irrtum.2
