Auch bekannt als
Enge Vorhaut, Präputialstenose, angeborene Phimose, erworbene Phimose.
Definition
Phimose ist eine Erkrankung unbeschnittener Männer, bei der die Vorhaut (Präputium) zu eng ist, um vom Kopf (Eichel) des Penis zurückgezogen zu werden.¹ Sie kann physiologischer Natur sein, kommt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern vor und verschwindet normalerweise spontan mit zunehmendem Alter.² Pathologische Phimose hingegen kann in jedem Alter auftreten und ist oft die Folge von Narbenbildung, Infektionen oder Entzündungen, beispielsweise durch Erkrankungen wie Balanitis xerotica obliterans (BXO), auch bekannt als Lichen sclerosus.³⁻⁴ Der Hauptzweck einer zurückziehbaren Vorhaut besteht darin, eine ordnungsgemäße Hygiene und eine angenehme sexuelle Funktion zu gewährleisten. Bei einer Phimose kann die Unfähigkeit, die Vorhaut zurückzuziehen, zu Reinigungsschwierigkeiten, schmerzhaften Erektionen und einem erhöhten Infektionsrisiko führen.¹
Klinischer Kontext
Phimose wird typischerweise bei routinemäßigen körperlichen Untersuchungen oder beim Auftreten von Symptomen festgestellt. Bei Kindern kommt eine physiologische Phimose häufig vor und erfordert oft keinen Eingriff außer sanfter Hygiene, da sich die Vorhaut mit der Zeit auf natürliche Weise zurückziehen lässt.² Die Auswahl des Patienten für die Behandlung hängt von der Art und dem Schweregrad der Phimose sowie dem Vorliegen von Komplikationen ab. Pathologische Phimose oder physiologische Phimose, die bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter anhält und Symptome verursacht, erfordert in der Regel eine Behandlung.¹ Zu den Symptomen, die einen Eingriff erforderlich machen können, gehören Schmerzen, wiederkehrende Infektionen (Balanitis oder Posthitis), Schwierigkeiten beim Wasserlassen (z. B. Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen)⁵ oder Störungen der sexuellen Aktivität. Zu den konservativen Behandlungsoptionen, insbesondere bei milderen Fällen oder bei Kindern, gehört die Anwendung von topischen Kortikosteroid-Cremes für 4–8 Wochen, die dazu beitragen können, die Vorhaut weicher zu machen und die Rückziehbarkeit zu verbessern.⁶⁻⁷ Chirurgische Eingriffe werden in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen fehlschlagen oder wenn die Phimose schwerwiegend ist oder durch Narbenbildung (z. B. BXO) verursacht wird.³ Zu den chirurgischen Optionen gehört die Präputioplastik (ein vorhauterhaltendes Verfahren, das erweitert die Vorhautöffnung)⁸⁻⁹ oder Beschneidung (vollständige Entfernung der Vorhaut).¹⁰ Die erwarteten Ergebnisse nach der Behandlung sind im Allgemeinen gut, mit einer Besserung der Symptome und einer verbesserten Hygiene. Die Genesung nach chirurgischen Eingriffen ist unterschiedlich, dauert aber in der Regel einige Wochen.
