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Aspermie

Auch bekannt als

Trockene Ejakulation, Anejakulation (in manchen Zusammenhängen bezieht sich Anejakulation jedoch speziell auf die Unfähigkeit zur Ejakulation, die eine Ursache für Aspermie ist)

Definition

Aspermie ist eine Erkrankung, die durch das völlige Fehlen von Samen während der Ejakulation gekennzeichnet ist. Das bedeutet, dass eine Person zwar einen Orgasmus erleben kann, aber keine Samenflüssigkeit aus dem Penis ausgestoßen wird.1˒2 Es ist wichtig, Aspermie von Azoospermie zu unterscheiden, bei der Samen ejakuliert werden, aber keine Spermien enthalten.3 Aspermie kann eine wesentliche Ursache für männliche Unfruchtbarkeit sein, da das Fehlen von Samen den für eine natürliche Empfängnis notwendigen Transport von Spermien verhindert. Der Zustand kann verschiedene Ursachen haben, darunter die Unfähigkeit, Samen zu transportieren (Anejakulation) oder die Ejakulation des Samens in antegrader Richtung (retrograde Ejakulation), wobei der Samen in die Blase gelangt und nicht durch die Harnröhre austritt.4˒5

Klinischer Kontext

Aspermie ist vor allem im Zusammenhang mit männlicher Unfruchtbarkeit klinisch relevant, da das Fehlen von Ejakulat eine natürliche Empfängnis verhindert.1˒2 Sie kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Eine der Hauptursachen ist die retrograde Ejakulation, bei der der Samen in die Blase gelangt, anstatt über die Harnröhre ausgeschieden zu werden. Dies kann aufgrund von Erkrankungen wie Diabetes, bestimmten Medikamenten (z. B. Alpha-Blockern bei Prostataerkrankungen) oder als Komplikation einer Operation am Blasenhals oder der Prostata auftreten.4˒5 Eine weitere wichtige Ursache ist eine Verstopfung des Ejakulationsgangs, die angeboren oder aufgrund von Infektionen, Entzündungen oder Zysten erworben sein kann.4 Neurologische Störungen, wie Rückenmarksverletzungen oder mehrere Sklerose kann auch zu Anejakulation und anschließender Aspermie führen, indem die für die Ejakulation erforderlichen Nervensignale gestört werden.4 Hormonelle Ungleichgewichte, insbesondere Androgenmangel, können zu unterentwickelten Fortpflanzungsdrüsen führen, die keinen Samen produzieren.2 Weitere Faktoren sind Infektionen des Urogenitaltrakts (z. B. TORCH-Infektionen, Brucellose, Tuberkulose), Strahlenexposition oder Chemotherapie, bestimmte Medikamente (z. B. einige blutdrucksenkende Mittel, Progesteronantagonisten, anabole Steroide) und psychologische Faktoren wie Stress und Angst im Zusammenhang mit der sexuellen Leistungsfähigkeit.4

Die Diagnose einer Aspermie erfordert eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Die Samenanalyse ist von entscheidender Bedeutung, um das Fehlen von Ejakulat zu bestätigen.1 Bildgebende Untersuchungen wie transrektaler Ultraschall (TRUS) können verwendet werden, um Verstopfungen in den Ejakulationsgängen zu identifizieren.1 Post-ejakulatorische Urinanalyse kann Spermien im Urin erkennen und eine retrograde Ejakulation bestätigen. Es können auch hormonelle Untersuchungen durchgeführt werden.4

Die Behandlung von Aspermie zielt auf die zugrunde liegende Ursache ab. Wenn die retrograde Ejakulation auf Medikamente zurückzuführen ist, kann das Absetzen oder Wechseln der Medikamente das Problem beheben. Eine medikamentöse Therapie mit Sympathomimetika kann manchmal helfen, den Blasenhals zu schließen und die antegrade Ejakulation wiederherzustellen.5 Bei einer Verstopfung des Ejakulationsgangs kann eine transurethrale Resektion des Ejakulationsgangs (TURED) durchgeführt werden, um die Blockade zu beseitigen.2˒4 In Fällen, in denen diese Behandlungen unwirksam oder nicht anwendbar sind oder wenn die Ursache neurologischer Natur ist, assistiert Oft werden Reproduktionstechniken (ART) eingesetzt. Spermien können direkt aus den Hoden (z. B. testikuläre Spermienextraktion – TESE) oder aus dem Urin (bei retrograder Ejakulation) entnommen werden, um sie bei Verfahren wie der In-Vitro-Fertilisation (IVF) mit intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) zu verwenden.1˒4 Psychologische Beratung kann hilfreich sein, wenn Stress oder Angstzustände dazu beitragen Faktoren.2

Die erwarteten Ergebnisse variieren je nach Ursache und verfolgter Behandlung. Eine erfolgreiche Behandlung der zugrunde liegenden Ursache kann bei manchen Personen die Fruchtbarkeit wiederherstellen. Für diejenigen, die ART benötigen, hängen die Erfolgsraten von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Spermienqualität und der Fruchtbarkeit der Partnerin.4˒5

Wissenschaftliches Zitat

[1] Indira IVF. Aspermia: What is Aspermia Causes, Symptoms & Treatment. Accessed May 15, 2025. https://www.indiraivf.com/blog/aspermia-causes-symptoms-treatment

[2] ART Fertility Clinics. Aspermia : Causes Symptoms and Treatment. Accessed May 15, 2025. https://www.artfertilityclinics.com/in/en/art-blog/aspermia-causes-symptoms-treatment

[3] National Center for Biotechnology Information. Aspermia (Concept Id: C1704202). Accessed May 15, 2025. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/medgen/352809

[4] Xie D, Klopukh B, Nehrenz GM, Gheiler E. Aspermia: A Review of Etiology and Treatment. Int Arch Urol Complic 2017;3:023. DOI: 10.23937/2469-5742/1510023

[5] Mehta A, Sigman M. Management of the dry ejaculate: a systematic review of aspermia and retrograde ejaculation. Fertil Steril. 2015 Nov;104(5):1074-81. DOI: 10.1016/j.fertnstert.2015.09.024

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