Auch bekannt als
Zylinder-Crossover, Prothesen-Crossover, Septumperforation mit Crossover, interkorporale Zylindermigration, Korporalkammer-Crossover
Definition
Corporal Crossover ist eine intraoperative oder postoperative Komplikation der Penisprothesenimplantation, bei der ein Prothesenzylinder unbeabsichtigt von einem Schwellkörper zum anderen durch eine Perforation oder Fensterung im Schwellkörperseptum wechselt1. Diese Komplikation tritt auf, wenn der Dilatator, das Furlow-Instrument oder der Prothesenzylinder während der Körperdilatation oder Zylinderplatzierung in die Septumwand eindringt und eine abnormale Kommunikation zwischen den beiden Körperkammern verursacht.2. Die gefensterte Struktur der mittleren und distalen Septumwand des Körpers macht sie besonders anfällig für Verletzungen während der Instrumentierung3. Diese Kreuzung kann entweder an proximalen oder distalen Stellen innerhalb der Schwellkörper auftreten, wobei distale Kreuzungen häufiger gemeldet werden4. Die Erkrankung führt zu einer asymmetrischen Platzierung des Zylinders, was zu Deformationen, Verkürzungen und Funktionsstörungen des Penis führen kann, wenn er nicht umgehend erkannt und korrigiert wird5.
Klinischer Kontext
Körperliche Überkreuzung kommt klinisch bei der Implantation von aufblasbaren Penisprothesen (IPP) vor, insbesondere bei Patienten mit spezifischen Risikofaktoren1. Die Komplikation wird bei infrapubischen oder subkoronalen chirurgischen Zugängen häufiger beobachtet als beim penoskrotalen Zugang2. Zu den Risikofaktoren gehören körperliche Fibrose, Peyronie-Krankheit, frühere Bestrahlung des Beckens und technische chirurgische Fehler3.
Intraoperativ kann ein Crossover vermutet werden, wenn während des „Torpfostentests“ eine asymmetrische Körperlängenmessung vorliegt, Schwierigkeiten beim Einführen des zweiten Zylinders auftreten oder während der Dilatation ein hörbares „Klimpern“ von Metallinstrumenten zu hören ist4. Zu den klinischen Symptomen gehören die Positionierung des Harnröhrenkatheters außerhalb der Mittellinie, wenn die Prothese aktiviert wird, und ein atypisches Aussehen des Penis während des Aufpumpens5.
Postoperativ können sich Patienten mit einer schmerzhaften Krümmung des Penis nach links oder rechts während der Erektion, einer unvollständigen Deflation der Prothese, einer geneigten Eichel oder einem asymmetrischen erigierten Penis beim Aufpumpen der Zylinder vorstellen.1. Die Diagnose wird in der Regel durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigt, die die abnormale Zylinderpositionierung deutlich nachweisen kann5.
Die Behandlung erfordert eine chirurgische Korrektur durch Korporotomie, Septumrekonstruktion (häufig unter Verwendung biologischer Transplantate wie Tutoplast) und Umleitung des verlagerten Zylinders in den entsprechenden Körperraum1. Zu den fortschrittlichen Techniken gehört die Methode der distalen Korporalverankerung, die hervorragende Ergebnisse mit minimalen Komplikationen gezeigt hat2. Die Erfolgsaussichten bei chirurgischen Korrekturen sind hoch, wenn sie von erfahrenen prothetischen Urologen durchgeführt werden. Bei den meisten Patienten wird die Erektionsfähigkeit wiederhergestellt und die Geräte können wieder in Betrieb genommen werden4.
