Auch bekannt als
Zystometrogramm (CMG), Blasendrucktest, Füllungszystometrie, Urodynamische Zystometrie
Definition
Zystometrie ist ein diagnostisches urodynamisches Verfahren, das den Blasendruck und die Blasenkapazität während des Füllens misst, um Blasenfunktion und -dysfunktion zu beurteilen.1 Dabei wird ein Katheter durch die Harnröhre in die Blase eingeführt, was die kontrollierte Infusion von Flüssigkeit ermöglicht und gleichzeitig intravesikale Druckänderungen aufzeichnet.2 Der Test liefert wichtige Informationen über die Detrusormuskelaktivität, die Blasencompliance, die Kapazität und das Gefühl während der Füllphase.3 Zystometrie hilft Gesundheitsdienstleister bewerten den Zusammenhang zwischen Blasendruck, -volumen und den subjektiven Empfindungen des Patienten und bieten Einblicke in die neurologische Kontrolle der Miktion und mögliche Anomalien bei der Blasenspeicher- und -entleerungsfunktion.1 2
Klinischer Kontext
Zystometrie ist eine Schlüsselkomponente umfassender urodynamischer Tests zur Beurteilung von Patienten mit Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS).1 Sie ist besonders wertvoll bei der Diagnose und Charakterisierung von Erkrankungen wie neurogener Blasenfunktionsstörung, Detrusorüberaktivität, Belastungsharninkontinenz und Blasenauslassobstruktion.2
Das Verfahren ist für Patienten mit komplexen oder refraktären Harnwegssymptomen indiziert, einschließlich Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die die Blasenfunktion beeinträchtigen (Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzung, Diabetes mit Neuropathie), anhaltender Harninkontinenz trotz konservativer Behandlung, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen und ungeklärten Blasenentleerungsschwierigkeiten.1 3
Während des Eingriffs wird der Patient bequem gelagert und ein Katheter transurethral in die Blase eingeführt. Ein zweiter Katheter oder eine Drucksonde kann im Rektum oder in der Vagina platziert werden, um den Bauchdruck zu messen.2 Die Blase wird nach und nach mit kontrollierter Geschwindigkeit mit steriler Flüssigkeit gefüllt, während die Druckmessungen aufgezeichnet werden. Der Patient berichtet über Empfindungen, die er während des Füllens verspürt (erster Harndrang, starkes Verlangen, Dringlichkeit), und diese korrelieren mit den entsprechenden Blasenvolumina und -drücken.1 2
Zystometrie hilft bei der Unterscheidung zwischen verschiedenen Ursachen von Blasenfunktionsstörungen, beispielsweise bei der Unterscheidung zwischen schlechter Detrusorkontraktilität und Blasenauslassobstruktion bei Patienten mit schwachem Harnfluss.3 Die Ergebnisse leiten Behandlungsentscheidungen, einschließlich Medikamentenauswahl, Empfehlungen zur Beckenbodentherapie oder gegebenenfalls chirurgische Eingriffe.1
