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Strahlentherapie

Auch bekannt als

Radiotherapie, RT, RTx, XRT, Bestrahlung, Röntgentherapie, Strahlenbehandlung.

Definition

Die Strahlentherapie, auch Radiotherapie genannt, ist eine Form der Krebsbehandlung, bei der hochenergetische Strahlen (meist Röntgenstrahlen, aber auch Protonenstrahlung) eingesetzt werden, um Krebszellen durch die Zerstörung ihres Erbguts abzutöten. Moderne Methoden sind präzise und richten die Strahlen direkt auf den Tumor, während gesundes Gewebe geschont wird. Sie kann perkutan (externe Strahlentherapie) mittels eines Linearbeschleunigers oder intern (Brachytherapie) durch Einbringen eines kleinen festen Implantats in oder nahe dem Tumor verabreicht werden. Gesunde Zellen können sich leichter selbst reparieren als Krebszellen, weshalb das Ziel darin besteht, den Krebs zu behandeln und gleichzeitig so wenige gesunde Zellen wie möglich zu schädigen.1

Klinischer Kontext

Die Strahlentherapie wird bei der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen, einschließlich des Prostatakarzinoms, breit eingesetzt. Im klinischen Kontext des Prostatakarzinoms kann die Strahlentherapie als primäre Behandlung, vor einer Operation (neoadjuvante Therapie) zur Tumorverkleinerung, nach einer Operation (adjuvante Therapie) zur Beseitigung verbleibender Krebszellen oder in Kombination mit anderen Behandlungen wie einer Chemotherapie eingesetzt werden.1 Sie kann auch zur Linderung von Symptomen in fortgeschrittenen Krebsstadien eingesetzt werden.1

Obwohl sie wirksam ist, kann eine Strahlentherapie bei Beckentumoren wie dem Prostatakarzinom zu Nebenwirkungen führen, die das Harn- und Sexualsystem betreffen. Harninkontinenz ist eine bekannte potenzielle Toxizität nach einer Prostata-Strahlentherapie, obwohl die berichteten Inzidenzraten variieren können.2 Einige Studien deuten darauf hin, dass sich die Harnfunktion nach einer Strahlentherapie im Vergleich zur aktiven Überwachung (Active Surveillance) zwar anfänglich verschlechtern kann, sich jedoch im Laufe der Zeit wieder erholen kann, wenngleich langfristige Probleme wie eine Inkontinenz infolge von Narbengewebsbildung möglich sind.6 Die radikale Prostatektomie wird ebenfalls mit Harninkontinenz in Verbindung gebracht, und einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass Männer nach einer Prostatektomie im Vergleich zu einer Strahlentherapie eine stärkere langfristige Harninkontinenz aufweisen können.5 Andere Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine Prostatektomie im Vergleich zu Bestrahlung und aktiver Überwachung mit einer signifikanten Verschlechterung bezüglich der Harninkontinenz assoziiert ist.3 Die Auswirkung einer Strahlentherapie auf die Ergebnisse von Behandlungen der Harninkontinenz, wie z. B. die Implantation eines künstlichen Harnröhrensphinkters, wurde ebenfalls untersucht; einige Metaanalysen weisen darauf hin, dass eine Strahlentherapie die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen einer vollständigen Kontinenz nach solchen Eingriffen verringern kann.4

Erektile Dysfunktion (ED) ist eine weitere potenzielle Nebenwirkung der Strahlentherapie beim Prostatakarzinom. Sowohl Harninkontinenz als auch ED werden bei Patienten mit lokalisiertem und lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom häufig beobachtet, insbesondere nach einer radikalen Prostatektomie.2 Während die Prostatektomie häufig mit schlechteren ED-Ergebnissen assoziiert ist, kann auch die Strahlentherapie zu sexuellen Funktionsstörungen beitragen.7

Die Patientenauswahl für eine Strahlentherapie hängt von der Art und dem Stadium des Krebses, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und den Behandlungszielen ab.1 Das spezifische Verfahren und die erwarteten Ergebnisse, einschließlich des Genesungsverlaufs und der Erfolgsraten, hängen stark von der behandelten Krebsart, der angewendeten Bestrahlungstechnik (z. B. externe Bestrahlung, Brachytherapie) und individuellen Patientenfaktoren ab. Diese Details werden typischerweise von einem radioonkologischen Team sorgfältig geplant, oft unter Einbeziehung von Simulations- und Planungs-Scans, um die Bestrahlung präzise auszurichten und Schäden am umliegenden gesunden Gewebe zu minimieren.1

Wissenschaftliches Zitat

[1] Yao HHI, et al. Impact of radiotherapy for localized prostate cancer on bladder compliance and capacity. BMC Urol. 2021;21(1):165. DOI: 10.1186/s12894-021-00936-2

[2] Griffith J, et al. Literature review on the efficacy of treatments for urinary incontinence in irradiated patients treated for prostate cancer. Am J Mens Health. 2022;16(6):15579883221141014. DOI: 10.1177/15579883221141014

[3] Chen LN, et al. Patient-reported urinary incontinence following stereotactic body radiation therapy for prostate cancer. Radiat Oncol. 2014;9:153. DOI: 10.1186/1748-717X-9-153

[4] Zhang L, et al. Impact of Radiation Therapy on Outcomes of Artificial Urinary Sphincter Placement: A Meta-Analysis. Front Surg. 2022;9:825239. DOI: 10.3389/fsurg.2022.825239

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