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Restharn

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Auch bekannt als

Restharn nach der Entleerung, PVR, Restharnvolumen (RUV), Restharn nach der Miktion, Blasenrestvolumen, unvollständige Blasenentleerung

Definition

Restharn, auch Post-Void-Resturinvolumen (PVR) genannt, bezieht sich auf die Urinmenge, die in der Blase verbleibt, nachdem ein freiwilliges Wasserlassen oder Urinieren beendet wurde.1 Dieser physiologische Parameter dient als wichtiges diagnostisches Hilfsmittel bei der urologischen Beurteilung und kann auf verschiedene zugrunde liegende pathologische Zustände hinweisen, die das Harnsystem betreffen.2 Das normale Restharnvolumen bei Erwachsenen wird im Allgemeinen auf weniger als 50–100 ml geschätzt. Bei Volumina, die diesen Schwellenwert überschreiten, kann dies auf eine abnormale Blasenfunktion hinweisen.3

Das Vorhandensein erheblicher Restharnmengen tritt auf, wenn die Blase während der Miktion nicht vollständig entleert werden kann. Dies kann auf eine mechanische Behinderung, eine neurologische Dysfunktion oder eine Muskelbeeinträchtigung zurückzuführen sein, die die koordinierte Aktion zwischen dem Detrusormuskel der Blase und den Harnröhrenschließmuskeln beeinträchtigt.4 Wenn sich die Blase nicht vollständig entleert, ist die Spülfunktion der Blase beeinträchtigt, wodurch eine Umgebung entsteht, in der sich Bakterien leichter an der Blasenwand ansiedeln können, was möglicherweise zu einem erneuten Auftreten führt Harnwegsinfektionen und andere Komplikationen.5

Klinischer Kontext

Die Beurteilung des Restharns spielt eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung verschiedener urologischer und neurologischer Erkrankungen. Klinisch ist die Messung des Restvolumens nach der Entleerung bei Patienten angezeigt, die Symptome einer Funktionsstörung des unteren Harntrakts aufweisen, darunter häufiges Wasserlassen, Harndrang, Zögern, schwacher Strahl, Unterbrechungen und das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung.1

Die Messung des PVR ist besonders wichtig bei der Beurteilung von Patienten mit Verdacht auf eine Obstruktion des Blasenauslasses, wie z. B. benigne Prostatahyperplasie (BPH) bei Männern, oder von Patienten mit neurogener Blasenfunktionsstörung aufgrund von Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Rückenmarksverletzung oder diabetischer Neuropathie.2 Bei Männern mit BPH können erhöhte PVR-Volumina das Fortschreiten der Erkrankung anzeigen und bei Behandlungsentscheidungen helfen, obwohl es überraschenderweise keinen klaren Zusammenhang zwischen erhöhten gibt PVR und Episoden von akutem Harnverhalt (AUR) in einigen Studien.3

In der klinischen Praxis wird die PVR-Messung in der Regel unmittelbar nach der Entleerung durchgeführt, da Verzögerungen von nur 10 Minuten von der Blasenentleerung bis zur PVR-Bestimmung zu einer klinisch signifikanten Überschätzung des Volumens führen können.4 Die Messung kann mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden, darunter transurethrale Katheterisierung (gilt als Goldstandard, ist aber invasiv), tragbare spezielle Blasenultraschallgeräte (Blasenscanner) oder formelle Blasenultraschalluntersuchung.5

Erhöhte Restharnmengen können unbehandelt zu mehreren Komplikationen führen, darunter wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Blasensteine und in schweren Fällen Hydronephrose und Nierenschäden aufgrund von Rückwärtsdruck auf Harnleiter und Nieren.6 Behandlungsansätze für erhöhte Restharnmengen hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab und können pharmakologische Eingriffe, chirurgische Eingriffe zur Beseitigung der Obstruktion oder intermittierende Selbstkatheterisierung zur manuellen Entleerung umfassen Blase.7

Wissenschaftliches Zitat

[1] Ballstaedt L, Leslie SW, Woodbury MG. Bladder Post Void Residual Volume. StatPearls [Internet]. 2024 Feb 28. DOI: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK539839/

[2] Asimakopoulos AD, De Nunzio C, Kocjancic E, Tubaro A, Rosier PF, Finazzi-Agrò E. Measurement of post-void residual urine. Neurourol Urodyn. 2016;35(1):55-7. DOI: 10.1002/nau.22671

[3] Kelly CE. Evaluation of voiding dysfunction and measurement of bladder volume. Rev Urol. 2004;6(Suppl 1):S32-7. PMID: 16985861

[4] Madersbacher S, Pycha A, Klingler CH, Schatzl G, Marberger M. The aging lower urinary tract: a comprehensive approach to clinical management. Eur Urol. 2018;74(1):25-33. DOI: 10.1016/j.eururo.2018.03.004

[5] Uromed. Residual Urine - The Insidious Danger. 2023. Verfügbar unter: https://www.uromed.eu/residual-urine.php

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