Auch bekannt als
EBRT, externe Strahlentherapie, Teletherapie, Strahlenbehandlung, externe Bestrahlung, XRT
Definition
Die perkutane Strahlentherapie (External Beam Radiation Therapy, EBRT) ist eine Form der Strahlenbehandlung, bei der energiereiche Strahlen von außerhalb des Körpers auf das Krebsgewebe gerichtet werden. Dabei wird ein Gerät namens Linearbeschleuniger (oder historisch eine Kobalt-60-Quelle) verwendet, um präzise ausgerichtete Strahlenbündel auf Tumoren abzugeben und gleichzeitig die Strahlenbelastung des umliegenden gesunden Gewebes möglichst gering zu halten.1 2 Die EBRT verursacht in Krebszellen DNA-Schäden, einen Zellzyklusarrest, zytogenetische Schäden, Apoptose und Seneszenz, blockiert dadurch ihre Fähigkeit zur weiteren Vermehrung und führt letztlich zum Zelltod.3 Die Strahlen sind unsichtbar und nicht spürbar, wenn sie die Haut durchdringen, um den Krebs zu erreichen.4 Diese Behandlungsform wird in der Regel ambulant in einem Krankenhaus oder Behandlungszentrum über mehrere Wochen durchgeführt, wobei die Patienten meist an fünf Tagen pro Woche (montags bis freitags) behandelt werden.5
Klinischer Kontext
Die perkutane Strahlentherapie wird zur Behandlung vieler Krebsarten eingesetzt, entweder als Primärbehandlung oder in Kombination mit anderen Verfahren wie Operation, Chemotherapie und Immuntherapie.1 2 Sie ist besonders wirksam bei der Behandlung lokalisierter Tumoren und kann in kurativer Absicht oder palliativ zur Linderung von Symptomen bei fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt werden.3
Die Patientenauswahl für die EBRT hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Krebsart, Stadium, Lokalisation, allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten und Behandlungsziele.4 Die Bestrahlungsplanung stützt sich auf moderne bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT), Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Magnetresonanztomographie (MRT), um den Tumor und das umliegende Gewebe präzise darzustellen.1 5
Mehrere technologische Fortschritte haben die Wirksamkeit der EBRT erhöht, darunter:
- Dreidimensionale konformale Strahlentherapie (3DCRT): Nutzt dreidimensionale Bildgebung, um die Strahlenbündel an die Form des Tumors anzupassen und so Schäden am normalen Gewebe zu verringern.1 5
- Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT): Verfeinert die 3DCRT weiter, indem die Stärke (Intensität) einzelner Strahlen in bestimmten Bereichen verändert wird, sodass höhere Dosen gezielt auf bestimmte Tumorbereiche gerichtet und Schäden an benachbartem Gewebe verringert werden können.1 5
- Bildgeführte Strahlentherapie (IGRT): Nutzt vor jeder Behandlungssitzung bildgebende Aufnahmen, um bei Bedarf die Lagerung des Patienten oder die Ausrichtung der Strahlen anzupassen und so eine präzise Zielerfassung sicherzustellen.1 5
- Stereotaktische Radiochirurgie (SRS) und stereotaktische Körperstrahlentherapie (SBRT): Geben hohe Strahlendosen mit äußerster Präzision auf kleine Tumorbereiche ab, oft in weniger Sitzungen.1 5
- Partikeltherapie: Verwendet Protonen oder andere Teilchen anstelle von Photonen und ermöglicht so eine präzisere Energieabgabe im Tumor bei geringerer Schädigung des umliegenden Gewebes.1 3
Die zu erwartenden Ergebnisse hängen von Krebsart, Stadium und Behandlungsziel ab, doch die EBRT hat bei vielen Krebsarten eine erhebliche Wirksamkeit hinsichtlich der lokalen Tumorkontrolle und verbesserter Überlebensraten gezeigt.2 3 Zu den Nebenwirkungen können Müdigkeit, Hautreaktionen im Bestrahlungsbereich und spezifische Wirkungen im Zusammenhang mit der behandelten Region gehören, wobei moderne Techniken darauf abzielen, diese unerwünschten Wirkungen zu minimieren.4 5
