Auch bekannt als
Polydimethylsiloxan-Injektion, PDMS-Harnröhrenfüllmittel, Silikon-Mikroimplantate, MPQ
Definition
Macroplastique ist ein dauerhaft implantiertes, nicht pyrogenes, injizierbares urethrales Bulking Agent, das aus Polydimethylsiloxan-Partikeln (Silikonelastomer) besteht, die in einem Trägergel aus Polyvinylpyrrolidon (PVP) suspendiert sind1. Diese minimalinvasive Behandlung wird vor allem bei Belastungsinkontinenz (SUI) infolge einer intrinsischen Sphinkterinsuffizienz (ISD) eingesetzt2. Der PVP-Träger ist wasserlöslich und wird resorbiert und mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden, während die quervernetzten Polydimethylsiloxan-Partikel dauerhaft an Ort und Stelle verbleiben3. Bei der Injektion in die Submukosa der Harnröhre erzeugt Macroplastique ein vermehrtes Gewebevolumen um die Harnröhre, was zu einem höheren Harnröhrenverschlussdruck und zu weniger Urinverlust bei körperlichen Aktivitäten führt4. Die großen, stark texturierten Elastomerimplantate fördern das Einwachsen von Gewebe, sodass ein Bolus entsteht, der von körpereigenem Kollagen umgeben und durchsetzt ist, das ihn im Raum zwischen der Lamina propria und der Muscularis der Harnröhre verankert5.
Klinischer Kontext
Macroplastique ist klinisch für die transurethrale Injektion zur Behandlung erwachsener Frauen indiziert, bei denen eine Belastungsinkontinenz (SUI) vorwiegend infolge einer intrinsischen Sphinkterinsuffizienz (ISD) diagnostiziert wurde1. Zu den Kriterien der Patientenauswahl gehören typischerweise Frauen mit SUI, bei denen konservative Behandlungen versagt haben oder die eine minimalinvasive Option gegenüber umfangreicheren operativen Eingriffen bevorzugen2. Besonders geeignet ist es für ältere Patientinnen und für Patientinnen mit erhöhtem Risiko für Narkosekomplikationen3.
Der Eingriff wird ambulant in Lokalanästhesie durchgeführt4. Vor dem Eingriff erhalten die Patientinnen Antibiotika, um das Infektionsrisiko zu verringern. Die Injektion erfolgt unter zystoskopischer Sicht, wobei Macroplastique so lange in die Submukosa der Harnröhre injiziert wird, bis eine urethrale Koaptation erreicht ist5. Der Eingriff dauert in der Regel weniger als 30 Minuten, und die meisten Patientinnen können noch am selben Tag nach Hause zurückkehren.
Klinische Studien haben Besserungsraten von 75 % kurzfristig (<6 Monate), 73 % mittelfristig (6–18 Monate) und 64 % langfristig (>18 Monate) gezeigt1. Die Raten vollständiger Heilung bzw. Trockenheit wurden für dieselben Nachbeobachtungszeiträume mit 43 %, 37 % bzw. 36 % angegeben1. Manche Patientinnen benötigen für optimale Ergebnisse eine erneute Injektion, wobei höhere Reinjektionsraten mit besseren Langzeitergebnissen verbunden waren1. Laut Hersteller wurde Macroplastique seit 1991 bei über 70.000 Patientinnen und Patienten eingesetzt, und veröffentlichte Studien berichten über eine geringe Rate an Nebenwirkungen4.
Zu den Kontraindikationen gehören eine akute Entzündung oder Infektion des Urogenitaltrakts sowie eine fragile Harnröhrenschleimhaut (z. B. nach Strahlentherapie oder nach Operationen am Blasenhals)5.
