Auch bekannt als
Peyronie-Plaque-Chirurgie, Plaque-Inzision und Grafting, partielle Plaque-Exzision und Grafting, intrakavernöse Plaque-Exzision, rekonstruktive Chirurgie bei Peyronie-Krankheit
Definition
Das Plaque-Debulking bei der Peyronie-Krankheit (Induratio penis plastica) bezieht sich auf eine Reihe chirurgischer Verfahren zur Reduktion oder Entfernung von fibrösem Narbengewebe (Plaques), das sich in der Tunica albuginea des Penis bildet.¹ Diese Plaques verursachen Penisverkrümmungen, Deformitäten, Schmerzen und mitunter erektile Dysfunktion. Der Eingriff umfasst entweder die Inzision oder partielle Exzision des Plaques, gefolgt vom Verschluss des resultierenden Defekts mit verschiedenen Grafting-Materialien.² Dieser chirurgische Eingriff zielt darauf ab, den Penis zu begradigen, Schmerzen zu lindern, die Sexualfunktion wiederherzustellen und die mit der Deformität verbundene psychische Belastung zu verringern.³ Zu den Techniken gehören die Plaque-Inzision mit Grafting, die partielle Plaque-Exzision mit Grafting, die intrakavernöse Plaque-Exzision sowie spezialisierte Ansätze wie Shaeer’s Punch Technique bei gleichzeitiger Implantation einer Penisprothese.⁴
Klinischer Kontext
Plaque-Debulking-Verfahren sind klinisch indiziert bei Patienten mit Peyronie-Krankheit, die eine stabile Erkrankung aufweisen (Krümmung und Schmerzen seit mindestens 3–6 Monaten stabil), eine signifikante Penisverkrümmung haben, die die Sexualfunktion beeinträchtigt, sowie eine adäquate erektile Funktion besitzen.¹ Zu den Patientenauswahlkriterien gehören Verkrümmungen von mehr als 60 Grad, Sanduhr-Deformitäten oder Fälle, in denen der Erhalt der Penislänge entscheidend ist.³ Diese Verfahren sind im Allgemeinen der chronischen/stabilen Phase der Peyronie-Krankheit vorbehalten, nachdem konservative Behandlungen fehlgeschlagen sind.³
Der chirurgische Ansatz variiert je nach Schweregrad und Lokalisation des Plaques, dem Ausmaß der Verkrümmung und dem Vorliegen einer erektilen Dysfunktion. Bei Patienten mit gleichzeitiger erektiler Dysfunktion kann das Plaque-Debulking zusammen mit der Implantation einer Penisprothese durchgeführt werden.⁴ Zu den häufigsten Techniken gehören die Plaque-Inzision mit Grafting, bei der eine Inzision des Plaques am Punkt der maximalen Verkrümmung vorgenommen und der Defekt mit einem Graft verschlossen wird, sowie die partielle Plaque-Exzision mit Grafting, bei der ein Teil des Plaques vor dem Einsetzen des Grafts entfernt wird.¹ ²
Es können verschiedene Graft-Materialien verwendet werden, darunter autologe Grafts (wie Vena saphena, Mundschleimhaut oder Dermis) und nicht-autologe Grafts (wie Perikard, Dünndarmsubmukosa oder Kollagenvlies).³ Die Wahl des Grafts hängt von den Präferenzen des Operateurs, der Verfügbarkeit und spezifischen Patientenfaktoren ab. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören Erfolgsraten bei der Penisbegradigung von 64–90 % je nach verwendeter Technik und Graft, wobei die postoperativen Raten erektiler Dysfunktion zwischen 6 und 67 % liegen.³ Die Genesung umfasst typischerweise 4–8 Wochen sexueller Abstinenz, gefolgt von einer schrittweisen Wiederaufnahme der sexuellen Aktivität.³
