Auch bekannt als
Prüfung der Penisvibrationswahrnehmungsschwelle, Beurteilung der Penisvibrationsempfindlichkeit, biothesiometrische Bewertung der Penisempfindung, vibrotaktile Penisprüfung, Messung der sensorischen Penisschwelle
Definition
Die Penisbiothesiometrie ist ein nicht-invasives Diagnoseverfahren, das die Vibrationsempfindlichkeitsschwelle der Peniseichel und des Penisschafts misst, um die Nervenfunktion und die sensorische Kapazität des Penis zu bewerten.1 Bei dieser Technik wird ein tragbares elektromagnetisches Gerät namens Biothesiometer eingesetzt, das kalibrierte Vibrationen unterschiedlicher Amplitude in bestimmten Bereichen des Penis erzeugt.2 Der Test quantifiziert die minimale Vibrationsamplitude, die vom Patienten wahrgenommen werden kann, und liefert objektive Daten über die Penissensorik Innervation.3 Die Biothesiometrie wurde als kostengünstiger Bürotest zur Beurteilung der Penisneuropathie bei Männern mit erektiler Dysfunktion eingeführt, obwohl sich ihr klinischer Nutzen im Laufe der Zeit mit der Entwicklung standardisierterer Messmethoden weiterentwickelt hat.4 Das Verfahren wird hauptsächlich zur Beurteilung von Veränderungen der Penisempfindlichkeit verwendet, die aus verschiedenen Erkrankungen wie Diabetes, neurologischen Störungen oder chirurgischen Eingriffen im Genitalbereich resultieren können.5
Klinischer Kontext
Die Penisbiothesiometrie wird hauptsächlich bei der klinischen Beurteilung von Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED), Ejakulationsstörungen oder Beschwerden über veränderte Penisempfindungen eingesetzt.1 Das Verfahren dient als Ersatztest für die sexuelle Empfindlichkeit des Penis und kann dabei helfen, zwischen verschiedenen Ursachen sexueller Dysfunktion zu unterscheiden.2 Es ist besonders wertvoll bei der Beurteilung von Patienten mit Risikofaktoren für periphere Neuropathie, wie z. B. Diabetes mellitus, die dies können beeinflussen die Innervation des Penis, bevor sie sich in anderen Bereichen manifestieren.3
Die Patientenauswahl für die Biothesiometrie umfasst typischerweise Männer mit Verdacht auf neurogene erektile Dysfunktion, solche mit Diabetes, die über Veränderungen der Penisempfindung berichten, Patienten, die sich einer Beckenoperation oder Strahlentherapie unterzogen haben, und Personen mit Peyronie-Krankheit, um sensorische Veränderungen zu beurteilen.4 Der Test eignet sich auch zur Überwachung sensorischer Veränderungen vor und nach Penisoperationen oder -interventionen.
Der Eingriff wird in einer Praxisumgebung durchgeführt und beginnt damit, dass sich der Patient in einer bequemen Position befindet, normalerweise auf dem Rücken oder im Sitzen. Die Biothesiometer-Sonde wird an bestimmten Stellen des Penis angebracht, einschließlich der dorsalen und ventralen Seite der Eichel und des Schafts, wobei die Vibrationsamplitude allmählich ansteigt, bis der Patient ein Gefühl verspürt.5 An jeder Stelle werden mehrere Messungen durchgeführt, um die Konsistenz sicherzustellen, und die Ergebnisse werden oft mit Kontrollmessungen an der Fingerspitze oder dem Oberschenkel des Patienten verglichen, um ein Penis-Sensitivitätsverhältnis (PSR) zu berechnen.2
Zu den erwarteten Ergebnissen der Biothesiometrie gehören quantifizierbare Daten zu sensorischen Schwellenwerten des Penis, die mit normativen Werten verglichen oder für die Längsschnittüberwachung eines einzelnen Patienten verwendet werden können. Höhere Vibrationsschwellenwerte weisen auf eine verringerte Empfindlichkeit hin, die mit einer neurologischen Beeinträchtigung korrelieren kann.3 Zu den jüngsten Fortschritten gehört die Entwicklung standardisierter Parameter wie des PSR, der ein zuverlässigeres Maß bietet, indem er individuelle Variationen in der gesamten Sinneswahrnehmung berücksichtigt.2
