Auch bekannt als
Harnröhrenstenose, Harnröhrenverengung, Harnröhrenstriktur, Harnröhrenstenose.
Definition
Harnröhrenstriktur ist eine abnormale Verengung der Harnröhre, der Röhre, die den Urin aus dem Körper transportiert. Diese Verengung wird typischerweise durch Narbengewebe (Fibrose) verursacht, das sich infolge einer Entzündung oder Verletzung der Harnröhrenschleimhaut (Schleimhaut) und des umgebenden Gewebes bildet. Das Narbengewebe kann sich aufbauen und zusammenziehen, was zu einer Verringerung des Durchmessers des Harnröhrenlumens führt, was den normalen Urinfluss behindert.1 Die Pathophysiologie beinhaltet eine anfängliche Verletzung oder Entzündung, die zum Austreten von Urin in den Corpus spongiosum (das schwammartige Gewebe, das die männliche Harnröhre umgibt) führt. Dies löst eine Entzündungsreaktion und nachfolgende fibrotische Veränderungen aus. Mit der Zeit reift dieses Fasergewebe, schrumpft und führt zu einer Verengung des Harnröhrenlumens. Dieser Prozess kann zu einem Teufelskreis werden, bei dem die Verengung selbst die Harnröhre anfälliger für weitere Traumata und Entzündungen macht, was zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Verengung führt.1 Der Hauptzweck der Erkennung und des Verständnisses einer Harnröhrenverengung besteht darin, eine rechtzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung zu ermöglichen, um Symptome zu lindern, Komplikationen wie Harnverhalt, wiederkehrende Harnwegsinfektionen (HWI), Blasensteine und Nierenschäden zu verhindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.2,4
Klinischer Kontext
Der klinische Verdacht auf eine Harnröhrenstriktur besteht bei Patienten, vorwiegend Männern, die Symptome des unteren Harntrakts (LUTS) aufweisen. Diese Symptome entwickeln sich oft schleichend und umfassen einen schwachen oder spritzenden Harnstrahl, Anstrengung beim Wasserlassen, ein Gefühl unvollständiger Blasenentleerung, Tröpfeln nach dem Entleeren, Unterbrechung des Harnlassens, erhöhte Harndrangfrequenz, Harndrang und Nykturie.1 Wiederkehrende Harnwegsinfektionen und unerklärliche Dysurie (schmerzhaftes Wasserlassen) sind ebenfalls häufige Erscheinungen.4 Die Auswahl der zu untersuchenden Patienten umfasst in der Regel Patienten mit anhaltendem LUTS, insbesondere wenn sie nicht auf medizinische Behandlung ansprechen Therapie für andere Erkrankungen wie benigne Prostatahyperplasie (BPH) oder wenn in der Vergangenheit ein Harnröhrentrauma (z. B. Beckenfraktur, Straddle-Verletzung), eine vorherige Harnröhreninstrumentierung (z. B. Katheterisierung, Zystoskopie, transurethrale Operation) oder Infektionen wie Gonorrhoe oder Lichen sclerosus aufgetreten sind.3
Die diagnostische Beurteilung beginnt normalerweise mit der Uroflowmetrie zur Messung der Urinflussrate, gefolgt von bildgebenden Untersuchungen wie der retrograden Urethrographie (RUG) und der Miktionszystourethrographie (VCUG), um den Ort, die Länge und den Schweregrad der Striktur sichtbar zu machen. Die Zystoskopie ermöglicht die direkte Visualisierung der Striktur.1
Behandlungsstrategien variieren je nach den Merkmalen der Striktur (Länge, Lage, Schweregrad, Ätiologie) und Patientenfaktoren. Die Möglichkeiten reichen von minimalinvasiven endoskopischen Eingriffen bis hin zur offenen chirurgischen Rekonstruktion. Zu den endoskopischen Behandlungen gehören die Harnröhrendilatation (Dehnung der Verengung) und die interne Urethrotomie (DVIU) mit direkter Sicht, bei der das Narbengewebe durchtrennt wird. Diese eignen sich häufig für kürzere, weniger komplexe Strikturen, weisen jedoch höhere Rezidivraten auf.2,4 Bei längeren, komplexeren oder wiederkehrenden Strikturen ist die Urethroplastik die Goldstandardbehandlung. Bei der Urethroplastik wird das vernarbte Segment chirurgisch entfernt und die gesunden Harnröhrenenden wieder verbunden (anastomosische Urethroplastik) oder das verengte Segment mit Gewebetransplantaten (z. B. Mundschleimhaut) oder Lappen (Substitutionsurethroplastik) vergrößert.2 Die erwarteten Ergebnisse zielen darauf ab, den normalen Urinfluss wiederherzustellen, Symptome zu lindern und ein Wiederauftreten und Komplikationen zu verhindern. Während endoskopische Behandlungen möglicherweise sofortige Linderung verschaffen, bietet die Urethroplastik im Allgemeinen bessere langfristige Erfolgsraten.4
