Auch bekannt als
Belastungsinkontinenz Typ III, Inkompetenz des Harnröhrenschließmuskels, ISD
Definition
Intrinsischer Schließmuskelmangel (ISD) ist eine Erkrankung, die durch eine Schwäche des Harnröhrenschließmuskels gekennzeichnet ist, des Muskels, der die Urinabgabe aus der Blase steuert. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Harnröhrenschwäche, bei der die Harnröhre nicht mehr richtig abdichten kann, was zu einem unwillkürlichen Harnverlust führt, insbesondere bei Aktivitäten, die den Bauchdruck erhöhen, wie Husten, Niesen oder körperliche Betätigung (ein Zustand, der als Belastungsharninkontinenz bezeichnet wird). ISD tritt auf, wenn der Harnröhrensphinkter nicht genügend Widerstand erzeugen oder aufrechterhalten kann, um den Urin in der Blase zu halten, selbst wenn der Blasenhals und die umgebenden Strukturen gut gestützt sind. Die zugrunde liegende Ursache liegt in einer Kombination aus anatomischen und physiologischen Problemen in der Harnröhre selbst und nicht in Problemen mit Blasenkontraktionen oder in manchen Fällen einer Hypermobilität der Harnröhre. Sein Hauptzweck in der Urologie besteht darin, einen Schlüsselfaktor zu identifizieren, der zur Belastungsharninkontinenz beiträgt, und geeignete Diagnose- und Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Klinischer Kontext
ISD ist bei Patienten mit Belastungsharninkontinenz (SUI) klinisch relevant.1 Sie wird insbesondere dann vermutet, wenn die SUI schwerwiegend ist oder trotz früherer chirurgischer Versuche zur Korrektur der Harnröhrenhypermobilität bestehen bleibt.1 Patientenauswahlkriterien für die Diagnose oder Erwägung von ISD umfassen häufig eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und urodynamische Untersuchungen. Urodynamische Tests können einen niedrigen Valsalva-Leckpunktdruck (VLPP) oder einen niedrigen maximalen Harnröhrenverschlussdruck (MUCP) aufdecken, die auf einen geschwächten Schließmuskelmechanismus hinweisen.1 Während ISD mit oder ohne Harnröhrenhypermobilität auftreten kann, beeinflusst ihr Vorhandensein häufig die Behandlungsauswahl. Patienten mit ISD könnten beispielsweise für Eingriffe wie pubovaginale Schlingen, transvaginales Tape (TVT), transobturatorisches Tape (TOT) oder periurethrale Füllstoffe in Betracht gezogen werden, die darauf abzielen, den Harnröhrenwiderstand zu erhöhen.1 Die erwarteten Ergebnisse nach der Behandlung von SUI im Zusammenhang mit ISD variieren je nach gewählter Intervention und Patientenfaktoren, aber das Ziel ist die Wiederherstellung der Kontinenz und die Verbesserung der Lebensqualität.1 Die Die Diagnose von ISD hilft Ärzten bei der Anpassung chirurgischer Strategien, da einige Verfahren möglicherweise wirksamer sind als andere, wenn eine erhebliche Schließmuskelschwäche vorliegt.1
