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Musculus ischiocavernosus

Auch bekannt als

Penis-Erektor, Klitoris-Erektor, ICM (Ischiocavernosus-Muskel), Ischiocavernosus

Definition

Der Musculus ischiocavernosus ist ein paariger, oberflächlicher Dammmuskel, der bei Männern und Frauen vorkommt und im Trigonum urogenitale direkt unter der Hautoberfläche liegt1,2. Er entspringt an der medialen Seite des Tuber ischiadicum und am Ramus ossis ischii des Hüftbeins1,2. Die Muskelfasern ziehen dann nach vorne, verlaufen entlang der medialen Seite des Ramus ossis ischii, umgeben das Crus (das Schwellkörpergewebe, das die Basis bildet) des Penis beim Mann bzw. der Klitoris bei der Frau und setzen an der lateralen und unteren Fläche dieser Strukturen an1,2.

Die Hauptaufgabe des Musculus ischiocavernosus besteht darin, zur Sexualfunktion beizutragen, insbesondere zum Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion von Penis oder Klitoris1,3. Er wirkt, indem er die Crura von Penis oder Klitoris komprimiert. Diese Kompression erfüllt zwei Hauptfunktionen: Sie drückt Blut aus den Wurzeln dieser Schwellkörperstrukturen in ihre distalen Anteile (den Schaft des Penis bzw. den Körper der Klitoris) und engt gleichzeitig die umgebenden Venen ein, die normalerweise Blut aus diesen Strukturen ableiten würden1,3. Dadurch wird das Blut wirksam im Schwellkörpergewebe zurückgehalten, was zu erhöhter Füllung und Rigidität führt und so die Erektion während sexueller Erregung und beim Geschlechtsverkehr aufrechterhält1,3. Beim Mann spielen die Musculi ischiocavernosi außerdem eine Rolle bei der Stabilisierung des erigierten Penis1.

Klinischer Kontext

Der Musculus ischiocavernosus (ICM) spielt eine entscheidende Rolle für die normale Sexualfunktion, insbesondere beim Erreichen und Aufrechterhalten einer Erektion von Penis oder Klitoris1,3. Klinisch ist seine Unversehrtheit wichtig, da eine Verletzung dieses Muskels zu sexueller Dysfunktion führen kann. Eine Verletzung des Musculus ischiocavernosus (ICMI) wurde als ein mit erektiler Dysfunktion (ED) assoziierter Faktor identifiziert3, insbesondere im Zusammenhang mit Beckentraumata. Beckenfrakturen, vor allem solche, die den Ramus ossis pubis oder den Ramus ossis ischii betreffen oder zu einer Symphysensprengung führen, sind bedeutende Risikofaktoren für eine ICMI3.

Patienten mit Beckenfrakturen können auf eine mögliche ICMI hin untersucht werden, wenn sie nach dem Trauma über Symptome einer ED berichten. Die diagnostische Abklärung einer ICMI kann bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztomographie (MRT) sowie eine funktionelle Beurteilung mittels Elektromyographie (EMG) umfassen, um die Nervenversorgung und Aktivität des Muskels zu bewerten3. Das Ausmaß der ICMI kann Art und Prognose der damit verbundenen ED beeinflussen; so wurde beispielsweise eine einseitige ICMI mit einer vorübergehenden ED in Verbindung gebracht, während eine beidseitige ICMI zu einer dauerhafteren ED führen kann3.

Das Verständnis des klinischen Kontexts des Musculus ischiocavernosus ist daher für die Beurteilung und Behandlung von Patienten mit ED wichtig, insbesondere bei Patienten mit einer Beckenverletzung in der Vorgeschichte. Auch bei chirurgischen Eingriffen im Dammbereich müssen Lage und Funktion des Musculus ischiocavernosus berücksichtigt werden, um iatrogene Verletzungen zu vermeiden. Die erwarteten Ergebnisse nach einer ICMI hängen vom Schweregrad der Verletzung und von etwaigen begleitenden Nerven- oder Gefäßschäden ab, wobei manche Patienten möglicherweise eine Erholung der Erektionsfähigkeit erfahren, während andere bleibende Defizite haben können.

Wissenschaftliches Zitat

Kenhub. Ischiocavernosus: Origin, insertion, innervation, action. Kenhub. Available at: https://www.kenhub.com/en/library/anatomy/ischiocavernosus-muscle.

Chen Z, Song T, Zhuang Y, Yan Y, Liu T, Mao K, Li X, Zou C, Wen X, Yao Y, Chen C, Zhao S. A correlation study of ischiocavernosus muscle injury with different types of pelvic fractures and erectile dysfunction after pelvic fracture. OTA Int. 2020 Sep 16;3(4):e081. doi: 10.1097/OI9.0000000000000081. PMID: 33937711; PMCID: PMC8022899.

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