Auch bekannt als
Mit Antibiotika beschichtet, mit Antibiotika freisetzend, mit Antibiotika beladen, lokale Antibiotikaabgabe, Antibiotikakügelchen, antimikrobielle Imprägnierung.
Definition
Antibiotische Imprägnierung bezieht sich auf den Prozess der Einarbeitung oder Beschichtung medizinischer Geräte, Materialien oder lokaler Arzneimittelabgabesysteme mit Antibiotika zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen, insbesondere an einer Operationsstelle oder im Zusammenhang mit einem implantierten Gerät. Ziel dieser Technik ist es, hohe Konzentrationen antimikrobieller Wirkstoffe direkt in den Zielbereich zu bringen und dadurch die systemische Exposition und die damit verbundenen Nebenwirkungen zu minimieren und gleichzeitig die lokale Wirksamkeit gegen pathogene Mikroorganismen zu maximieren.¹² Der Mechanismus beinhaltet oft die anhaltende Freisetzung von Antibiotika aus dem imprägnierten Material über einen bestimmten Zeitraum, was einen längeren Schutz gegen Bakterienbesiedelung und Biofilmbildung bietet. Beispiele hierfür sind antibiotikafreisetzende Biohüllen für kardiovaskuläre implantierbare elektronische Geräte (CIEDs), die Arzneimittel wie Rifampin und Minocyclin aus Polymerscheiben freisetzen,¹ oder mit Antibiotika imprägnierte Kügelchen (z. B. aus Polymethylmethacrylat oder Calciumsulfat), die in der orthopädischen und vaskulären Chirurgie zur Bekämpfung von Infektionen an der Operationsstelle eingesetzt werden.² Der Hauptzweck besteht darin, das Auftreten von gerätebedingten Infektionen und Infektionen an der Operationsstelle zu reduzieren kann zu erheblicher Morbidität, Mortalität und Gesundheitskosten führen.¹²
Klinischer Kontext
Antibiotische Imprägnierung wird in verschiedenen klinischen Szenarien eingesetzt, in denen das Infektionsrisiko hoch ist, insbesondere bei Eingriffen, bei denen Fremdmaterialien implantiert werden, oder bei komplexen chirurgischen Eingriffen. Beispielsweise werden in der Herz-Kreislauf-Chirurgie antibiotikafreisetzende Umschläge mit CIEDs verwendet, um Tascheninfektionen vorzubeugen, die bei bis zu 4 % der Patienten auftreten können.¹ Diese Umschläge setzen Antibiotika lokal frei, um während der Implantation eingeschleppte Bakterien wie Staphylococcus aureus und S. epidermidis abzutöten, wodurch die Patientenergebnisse verbessert und die Notwendigkeit einer Geräteexplantation verringert wird.¹
In der orthopädischen Chirurgie und Unfallchirurgie werden mit Antibiotika imprägnierte Kügelchen üblicherweise zur Behandlung und Vorbeugung von Osteomyelitis und prothetischen Gelenkinfektionen eingesetzt.² Diese Kügelchen geben hohe Konzentrationen von Antibiotika direkt an den Knochen oder Gelenkraum ab, der oft schlecht vaskularisiert ist, wodurch eine systemische Antibiotikatherapie weniger wirksam ist.² Sie werden auch bei der komplexen Wundbehandlung und in risikoreichen Fällen der Gefäßchirurgie eingesetzt, beispielsweise zur Behandlung von Transplantatinfektionen oder Prävention von postoperativen Wundinfektionen bei Patienten mit Komorbiditäten wie Diabetes.² Während Beweise in vielen Fällen auf positive Ergebnisse hinweisen, wie z. B. berichtete Rezidivfreiheitsraten von 41 % bis 87,5 % bei Transplantatinfektionen, die mit Antibiotika-Kügelchen behandelt wurden, erfordert die Qualität der Beweise für einige Anwendungen noch belastbarere, hochrangige Studien.² Zu den Patientenauswahlkriterien gehören häufig Patienten mit einem hohen Infektionsrisiko aufgrund früherer Infektionen, Komorbiditäten oder komplexer oder langwieriger chirurgischer Eingriffe Eingriffe oder das Vorhandensein von Prothesenmaterialien. Bei der chirurgischen Anwendung wird das mit Antibiotika imprägnierte Material (z. B. Hülle, Perlen, Zement) während der Primär- oder Revisionsoperation an der Zielstelle platziert. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören eine Verringerung der Infektionsraten, eine verbesserte Wundheilung und die Erhaltung der Implantatfunktion. Die Erfolgsraten können jedoch je nach spezifischer Anwendung, Patientenfaktoren und der Art der verwendeten Antibiotika-Imprägnierung variieren.¹²
