Auch bekannt als
Vaskuläre endotheliale Dysfunktion, Endothelzelldysfunktion, ED (Hinweis: Verwechslung mit erektiler Dysfunktion möglich), Vaskuläre Dysfunktion, Gestörte Endothelfunktion, Endotheliopathie
Definition
Die endotheliale Dysfunktion ist ein pathologischer Zustand, der durch eine gestörte Funktion des Endothels, der dünnen Zellschicht, die die Innenfläche von Blutgefäßen und Herzkammern auskleidet, gekennzeichnet ist.1 Diese Funktionsstörung führt zu einer abnormalen Regulation des Gefäßtonus, wodurch sich Blutgefäße verengen oder zusammenziehen, anstatt sich zu erweitern.2 Der Zustand wird primär durch eine verminderte Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) in den Gefäßwänden verursacht, was zu einer beeinträchtigten Vasodilation, vermehrter vaskulärer Entzündung und veränderter Gefäßpermeabilität führt.3 Im Zusammenhang mit der erektilen Funktion betrifft die endotheliale Dysfunktion die kleinen Widerstandsarterien des Penis und das penile Corpus cavernosum, wodurch die für eine penile Erektion erforderliche normale vasodilatatorische Reaktion gestört wird.4
Klinischer Kontext
Die endotheliale Dysfunktion ist bei verschiedenen Gefäßerkrankungen klinisch bedeutsam, insbesondere in der Pathogenese der erektilen Dysfunktion.1 Sie stellt einen Frühmarker für Atherosklerose dar und ist eng mit kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus, Hypertonie, Hypercholesterinämie und dem metabolischen Syndrom assoziiert.2 Im Zusammenhang mit der erektilen Funktion beeinträchtigt die endotheliale Dysfunktion den Signalweg über Stickstoffmonoxid (NO)/zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP), der für die Entspannung der glatten Kavernosusmuskulatur und die penile Erektion essenziell ist.3
Klinisch manifestiert sich die endotheliale Dysfunktion als beeinträchtigte Vasodilation als Reaktion auf endothelabhängige Stimuli. Bei der erektilen Dysfunktion führt dies zu einem unzureichenden Blutfluss in das Corpus cavernosum, was eine adäquate Tumeszenz verhindert.4 Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Männern mit Diabetes, Hypertonie und kardiovaskulären Erkrankungen auf, bei denen die systemische Gefäßschädigung auch die penilen Gefäße betrifft.5
Behandlungsansätze zielen auf die zugrunde liegenden Ursachen der endothelialen Dysfunktion ab und umfassen Lebensstilmodifikationen (Raucherentwöhnung, Gewichtsmanagement, körperliche Aktivität), Medikamente zur Verbesserung der Endothelfunktion (Statine, ACE-Hemmer) sowie spezifische Behandlungen der erektilen Dysfunktion wie Phosphodiesterase-Typ-5-(PDE-5-)Inhibitoren, die den NO/cGMP-Signalweg verstärken.6
