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Sexuelle Rehabilitation

Auch bekannt als

Sexual Rehabilitation Framework (SRF), Sexualtherapie

Definition

Die sexuelle Rehabilitation ist ein umfassender Ansatz zur Wiederherstellung der Sexualfunktion und Verbesserung der allgemeinen sexuellen Gesundheit bei Personen, die infolge einer Krankheit, Verletzung oder medizinischen Behandlung unter sexuellen Problemen leiden. Sie beinhaltet eine gründliche Erfassung der Sexualanamnese, Erwartungen, Einschränkungen und Potenziale. Der Prozess umfasst häufig verschiedene therapeutische Modalitäten, darunter Bewegungstherapie (z. B. Beckenbodentraining), Beratung sowie die Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams von medizinischen Fachkräften. Dieses Team kann Ärzte, Pflegekräfte, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter umfassen. Das Sexual Rehabilitation Framework (SRF) bietet eine strukturierte und anwenderfreundliche Methode zur Behandlung der biopsychosozialen Aspekte der Sexualität, die das sexuelle Verlangen/Interesse, die Sexualfunktion, die Fertilität und partnerschaftliche Aspekte umfasst. Das oberste Ziel ist es, die sexuelle Zufriedenheit zu steigern, die Häufigkeit sexueller Aktivitäten zu erhöhen und die allgemeine Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dieser ganzheitliche Ansatz ist besonders vorteilhaft für Personen mit Erkrankungen wie kardiovaskulären Erkrankungen (CVD)1 und Rückenmarksverletzungen (SCI)2, bei denen eine sexuelle Dysfunktion eine häufige Folge ist. Eine frühzeitige Intervention und ein umfassender, patientenzentrierter Ansatz sind entscheidend, um schwerwiegendere Dysfunktionen zu verhindern und positive Ergebnisse zu erzielen.

Klinischer Kontext

Die sexuelle Rehabilitation wird klinisch angewendet, um sexuelle Probleme zu behandeln, die sich aus verschiedenen Erkrankungen, Verletzungen oder Behandlungen ergeben. Sie ist besonders relevant für Personen mit chronischen Erkrankungen wie kardiovaskulären Erkrankungen (CVD)1 und Rückenmarksverletzungen (SCI)2, bei denen eine sexuelle Dysfunktion ein häufiges Problem darstellt. Weitere Zustände, die eine sexuelle Rehabilitation erforderlich machen können, sind Prostatektomie, Krebsbehandlungen und neurologische Störungen.

Kriterien für die Patientenauswahl:

Kandidaten für eine sexuelle Rehabilitation sind Patienten, die aufgrund körperlicher Veränderungen, psychischer Faktoren (z. B. Angstzustände, Depressionen) oder Nebenwirkungen von Medikamenten unter sexuellen Schwierigkeiten leiden. Der Ansatz wird individuell angepasst und berücksichtigt die spezifische Krankengeschichte, den aktuellen Gesundheitszustand sowie persönliche Ziele hinsichtlich Sexualfunktion und Intimität.

Ablauf:

Der Rehabilitationsprozess beginnt typischerweise mit einer detaillierten Erfassung der sexuellen Gesundheit des Patienten, einschließlich Sexualanamnese, aktueller Anliegen und Erwartungen. Darauf folgt die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans. Die Interventionen können Folgendes umfassen:

  • Bewegungstherapie: Wie z. B. Beckenbodentraining (PFMT), zur Verbesserung der körperlichen Funktion und Empfindung.
  • Beratung: Einzel- oder Paarberatung zur Überwindung psychologischer Barrieren, Kommunikationsprobleme und zur Förderung des emotionalen Wohlbefindens in Bezug auf die sexuelle Gesundheit.
  • Multidisziplinärer Teamansatz: Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachkräfte, darunter Urologen, Gynäkologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten. Das Sexual Rehabilitation Framework (SRF) dient diesem Team als Leitfaden, um sicherzustellen, dass alle Aspekte der sexuellen Gesundheit systematisch behandelt werden.

Erwartete Ergebnisse:

Die primären Ziele der sexuellen Rehabilitation sind die Wiederherstellung der Sexualfunktion, die Steigerung der sexuellen Zufriedenheit und die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität. Patienten können erwarten, ein besseres Verständnis ihrer sexuellen Gesundheit zu erlangen, Bewältigungsstrategien für sexuelle Herausforderungen zu entwickeln sowie Intimität und Kommunikation mit ihren Partnern zu verbessern. Während die Pharmakotherapie eine Rolle spielen kann, führt ein ganzheitlicher und multidisziplinärer Ansatz häufig zu signifikanteren und nachhaltigeren Verbesserungen der sexuellen Gesundheit.

Wissenschaftliches Zitat

[1] Stevenson, R. W. D. (1986). Sexual Rehabilitation. Canadian Family Physician, 32, 1843-1847.

[2] Park, J. J., Doo, S. W., Kwon, A., Kim, D. K., Yang, W. J., Song, Y. S., Shim, S. R., & Kim, J. H. (2023). Effects of Sexual Rehabilitation on Sexual Dysfunction in Patients with Cardiovascular Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. World Journal of Men's Health, 41(1), 330–341. DOI: 10.5534/wjmh.220124

[3] Elliott, S., Hocaloski, S., & Carlson, M. (2017). A Multidisciplinary Approach to Sexual and Fertility Rehabilitation: The Sexual Rehabilitation Framework. Topics in Spinal Cord Injury Rehabilitation, 23(1), 49–56. DOI: 10.1310/sci2301-49

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