Auch bekannt als
Retrograde Ejakulation, trockener Orgasmus, retrograde Ejakulation, Aspermie (wenn abgeschlossen), Blasenejakulation, Ejaculatio retrograda
Definition
Retrograde Ejakulation ist ein Zustand, bei dem der Samen während der Ejakulation in die Blase gelangt, anstatt ihn durch die Harnröhre auszustoßen.1 Während der normalen Ejakulation spannt sich der Blasenhalsmuskel an, um zu verhindern, dass Samen in die Blase gelangen, wenn er von der Prostata in die Harnröhre gelangt.2 Bei der retrograden Ejakulation spannt sich dieser Blasenhalsmuskel nicht richtig an, was dazu führt, dass die Spermien rückwärts wandern in die Blase und nicht weiter durch den Penis.3 Die Erkrankung führt zu einem verringerten oder fehlenden Ejakulatvolumen trotz normaler Orgasmusempfindung, was oft als „trockener Orgasmus“ bezeichnet wird.4 Während die retrograde Ejakulation nicht schädlich für die körperliche Gesundheit ist, kann sie die Fruchtbarkeit erheblich beeinträchtigen und bei betroffenen Personen psychische Belastungen verursachen.5
Klinischer Kontext
Retrograde Ejakulation wird in erster Linie im Zusammenhang mit der Beurteilung der männlichen Unfruchtbarkeit diagnostiziert und ist für etwa 0,3–2 % der Fälle männlicher Unfruchtbarkeit verantwortlich.1 Der Zustand wird durch Anamnese, körperliche Untersuchung und Laboranalyse von Urinproben nach der Ejakulation diagnostiziert, wobei das Vorhandensein von 10–15 Spermien pro Hochleistungsfeld die Diagnose bestätigt.2
Die Auswahl des Patienten für die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab, zu der anatomische Faktoren (z. B. Prostataoperation, Blasenhalsoperation), neurologische Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen) oder Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Alpha-Blocker, Antidepressiva) gehören können.3 Die Behandlungsansätze variieren je nach Ätiologie und Fruchtbarkeitszielen.
Für Patienten, die Fruchtbarkeit anstreben, umfassen die Behandlungsoptionen pharmakologische Interventionen mit Sympathomimetika (z. B. Pseudoephedrin, Ephedrin) und Antimuskarinika (z. B. Imipramin), um den Blasenhalsverschluss während der Ejakulation zu verbessern.4 Wenn Medikamente unwirksam sind, können assistierte Reproduktionstechnologien eingesetzt werden, bei denen Spermien aus Urinproben nach der Ejakulation verwendet werden, einschließlich intrauteriner Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation.5
Die erwarteten Ergebnisse variieren je nach zugrunde liegender Ursache und Behandlungsansatz. Pharmakologische Behandlungen zeigen Wirksamkeitsraten von etwa 28 % für Sympathomimetika allein und 39 % für die Kombinationstherapie mit Antimuskarinika.2 Die Spermiengewinnung aus Urin nach der Ejakulation für die assistierte Reproduktion hat vielversprechende Ergebnisse gezeigt, wobei die Schwangerschaftsraten mit denen vergleichbar sind, die mit normalem Ejakulat erreicht werden, wenn geeignete Techniken zur Spermienverarbeitung eingesetzt werden.5
