Auch bekannt als
Restvolumen nach der Entleerung, Restvolumen nach der Entleerung, Restharn (Volumen), Restvolumen nach der Miktion, PVR
Definition
Der Restharn (Post-void residual, PVR) ist das Urinvolumen, das unmittelbar nach der willkürlichen Blasenentleerung in der Blase verbleibt. Er ist ein Maß für die Effizienz der Blasenentleerung. In der Praxis wird der PVR mittels Ultraschall-Blasenscan oder Katheterisierung gemessen, und zwar so bald wie möglich (idealerweise innerhalb weniger Minuten), nachdem der Patient uriniert hat. Ein „normaler“ PVR ist im Allgemeinen niedrig (häufig <100–150 mL), während höhere Werte auf eine unvollständige Entleerung hinweisen. Obwohl kein einzelner Grenzwert allgemein anerkannt ist, deuten große Restharnmengen (häufig definiert als >200–300 mL) auf eine erhebliche Blasenfunktionsstörung hin. Die PVR-Messung hilft, einen Harnverhalt oder eine Auslassobstruktion zu erkennen, indem sie eine unvollständige Blasenentleerung nachweist, die allein anhand der Symptome möglicherweise nicht erkennbar ist.
Klinischer Kontext
In der Männerurologie wird der PVR routinemäßig bestimmt, wenn Patienten Symptome des unteren Harntrakts (LUTS) aufweisen oder ein Harnverhalt vermutet wird. Er wird bei Männern mit Symptomen einer unvollständigen Blasenentleerung, Überlaufinkontinenz oder rezidivierenden Harnwegsinfektionen gemessen. Die Untersuchung erfolgt mittels Blasenscan oder Katheter unmittelbar nach der Miktion; dabei wird der in der Blase verbliebene Urin quantifiziert. Der PVR ist besonders relevant bei Erkrankungen wie der benignen Prostatahyperplasie (BPH) und der Blasenauslassobstruktion, bei denen eine Prostatavergrößerung den Harnfluss behindern kann. So empfehlen BPH-Leitlinien beispielsweise, den PVR vor Beginn bestimmter Medikationen oder vor der Erwägung einer Operation zu messen, um sicherzustellen, dass sich die Blase ausreichend entleert. Ein PVR >200 mL (oder manchmal >300 mL) gilt häufig als abnormal und veranlasst eine weitere Abklärung hinsichtlich einer Obstruktion oder einer Detrusorunteraktivität. In der Praxis steuert der PVR das Management: Sehr hohe Restharnmengen können eine Katheterisierung oder eine operative Beseitigung der Obstruktion erfordern, während ein leicht erhöhter PVR im Zeitverlauf beobachtet werden kann. Insgesamt ist der PVR ein einfacher und dennoch wertvoller Ergebnisparameter für die Blasenentleerung bei Männern mit LUTS.
