Auch bekannt als
TRT, Androgenersatztherapie, Testosterontherapie, Hormonersatztherapie für Männer, T-Therapie, Androgensubstitution, Testosteronsubstitution
Definition
Die Testosteronersatztherapie (TRT) ist eine medizinische Intervention zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung physiologischer Testosteronspiegel bei Personen mit Hypogonadismus, einem klinischen Syndrom, das durch anhaltend niedrige Serumtestosteronspiegel einhergehend mit Symptomen eines Testosteronmangels gekennzeichnet ist.1 Diese Therapie umfasst die Verabreichung von exogenem Testosteron über verschiedene Formulierungen, um eine unzureichende endogene Produktion auszugleichen.2 Die TRT zielt darauf ab, mit einem Testosteronmangel verbundene Symptome wie verminderte Libido, erektile Dysfunktion, Fatigue, depressive Verstimmungen und reduzierte Muskelmasse zu lindern sowie sekundäre Geschlechtsmerkmale zu induzieren und aufrechtzuerhalten.3 Die Therapie behebt nicht die zugrunde liegende Ursache des Hypogonadismus, sondern substituiert das mangelnde Hormon zum Erreichen normaler physiologischer Spiegel, wobei typischerweise ein Zielbereich von 300–1000 ng/dL angestrebt wird, abhängig von Laborstandards und individuellen Patientenfaktoren.4
Klinischer Kontext
Eine Testosteronersatztherapie ist primär bei Männern mit gesichertem Hypogonadismus indiziert, der bei etwa 19 % der Männer in den Sechzigern, 28 % in den Siebzigern und 49 % in den Achtzigern auftritt.1 Die Diagnose erfordert mindestens zwei dokumentierte niedrige morgendliche Serumtestosteronmessungen (typischerweise unter 300 ng/dL) in Verbindung mit Symptomen, die mit einem Testosteronmangel vereinbar sind.2
Vor Beginn der Therapie müssen Behandelnde durch eine umfassende Evaluierung einschließlich Anamnese, körperlicher Untersuchung und Labordiagnostik zwischen primärem (testikulärem) und sekundärem (hypophysär-hypothalamischem) Hypogonadismus differenzieren.3 Die initiale Labordiagnostik sollte zwei frühmorgendliche Testosteronbestimmungen, follikelstimulierendes Hormon (FSH), luteinisierendes Hormon (LH), Prolaktin, thyreoideastimulierendes Hormon (TSH), ein großes Blutbild (CBC), prostataspezifisches Antigen (PSA) bei Männern über 40 Jahren sowie ein umfassendes Stoffwechselprofil umfassen.2
Es stehen mehrere Verabreichungsmethoden zur Verfügung, jeweils mit spezifischen Vorteilen und Besonderheiten:4
- Transdermale Gele (aufgetragen auf Schultern, Oberarme oder Abdomen)
- Intramuskuläre Injektionen (Testosteronenanthat oder -cypionat)
- Subkutane Injektionen
- Testosteronpflaster
- Testosteron-Pellets (subdermal implantiert)
- Bukkale Testosterontabletten
- Testosteron-Nasengel
- Orale Testosteronformulierungen
Die Therapiewahl sollte Patientenpräferenzen, Pharmakokinetik, potenzielle Arzneimittelinteraktionen, formulationsspezifische Nebenwirkungen, die Behandlungsbelastung und Kosten berücksichtigen.1 Behandelnde sollten Patienten unter TRT auf Symptomverbesserung, potenzielle unerwünschte Wirkungen und Adhärenz überwachen.3 Die regelmäßige Überwachung umfasst die Bestimmung von Serumtestosteron, Hämatokrit und PSA-Werten zu Beginn sowie mindestens jährlich bei Männern ab 40 Jahren.1
Evidenzbasierte Daten deuten darauf hin, dass die TRT die Sexualfunktion, depressive Symptome, die Knochendichte und die fettfreie Körpermasse verbessern kann.1 Während frühere Studien Bedenken hinsichtlich kardiovaskulärer Risiken aufwarfen, zeigen neuere große randomisierte Studien, dass die TRT das Risiko für Myokardinfarkte oder Schlaganfälle selbst bei Hochrisikopatienten nicht erhöht.1 Bei Männern mit Kinderwunsch ist die TRT jedoch kontraindiziert, da sie die Spermienproduktion erheblich senkt.2 Alternative Ansätze wie Clomiphencitrat oder humanes Choriongonadotropin können für hypogonadale Männer mit Fertilitätserhaltungswunsch in Betracht gezogen werden.2
