Ausführliche Antwort
Eine Penisprothese ist eine hochwirksame Behandlungsoption für erektile Dysfunktion (ED), die auf andere Therapien nicht angesprochen hat. Obwohl es hervorragende Zufriedenheitsraten bietet, gibt es mehrere potenzielle Nachteile, die Patienten beachten sollten, bevor sie mit der Implantation fortfahren.
Zu den Hauptnachteilen von Penisprothesen gehören:
Invasiver chirurgischer Eingriff: Die Implantation erfordert einen chirurgischen Eingriff mit dem Risiko von Infektionen, Blutungen und Anästhesiekomplikationen. Gemäß den EAU-Richtlinien 2024–2025 liegen die Infektionsraten bei Primärimplantaten bei 1–3 % und können bei Revisionseingriffen auf 7–18 % ansteigen [1].
Mechanischer Fehler: Im Laufe der Zeit kann es zu Fehlfunktionen des Geräts kommen. Die EAU-Richtlinien 2024–2025 berichten über 5-Jahres-Mechanikzuverlässigkeitsraten von 85–93 % für aufblasbare Prothesen [2]. Wenn ein Versagen auftritt, ist ein zusätzlicher chirurgischer Eingriff zum Ersatz erforderlich.
Irreversibilität: Durch das Implantationsverfahren wird die Struktur des Penisgewebes dauerhaft verändert. Das kavernöse Gewebe wird während der Implantation absichtlich beschädigt, was es äußerst schwierig macht, zu natürlichen Erektionen zurückzukehren, wenn das Gerät entfernt wird [3].
Veränderte Empfindung: Einige Männer berichten über Veränderungen im Penisgefühl nach der Implantation. In den EAU-Richtlinien wird anerkannt, dass trotz hoher Gesamtzufriedenheitsraten (92–100 %) Veränderungen in der Empfindung auftreten können [4].
Verkürzte Penislänge: Eine Penisverkürzung ist eine bekannte Komplikation. In den EAU-Richtlinien 2024–2025 wird darauf hingewiesen, dass eine wahrgenommene oder tatsächliche Penisverkürzung eine häufige Beschwerde nach der Implantation [5] ist.
Kosten: Das Verfahren ist teuer und verursacht erhebliche Kosten für das Gerät, den chirurgischen Eingriff und den Krankenhausaufenthalt. Der Versicherungsschutz ist sehr unterschiedlich.
Notwendigkeit für den Gerätebetrieb: Aufblasbare Prothesen erfordern eine manuelle Aktivierung und Deaktivierung, was manche Patienten als unbequem oder unnatürlich empfinden können.
Revisionschirurgie: Die mögliche Notwendigkeit einer Revisionsoperation aufgrund von Komplikationen oder Geräteversagen muss berücksichtigt werden. Gemäß den EAU-Richtlinien können die Revisionsraten erheblich sein, insbesondere bei mechanischen Problemen [6].
Aus den Leitlinien
Die Leitlinien der European Association of Urology (EAU) zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit 2024–2025 bieten umfassende Informationen zu Penisprothesen: „Die Implantation einer Penisprothese ist in der Regel Patienten vorbehalten, die versagen oder andere Behandlungsformen nicht vertragen oder die eine dauerhafte Lösung wünschen. Eine ordnungsgemäße Beratung der Patienten ist wichtig, um realistische Erwartungen hinsichtlich der postoperativen Ergebnisse zu entwickeln.“ [7]. In den Leitlinien wird betont, dass Penisprothesen zwar die höchsten Zufriedenheitsraten unter ED-Behandlungen bieten (92–100 %), die Patienten jedoch umfassend über mögliche Komplikationen aufgeklärt werden müssen [8]. Bezüglich Komplikationen heißt es in den EAU-Richtlinien: „Die beiden Hauptkomplikationen der Penisprothesenimplantation sind mechanisches Versagen und Infektionen.“ Prothesen liegen zwischen 85 und 93 %. Die Infektionsraten liegen bei Primärimplantaten typischerweise bei 1–3 % und können bei Revisionseingriffen auf 7–18 % ansteigen.“ [9]. In den Leitlinien heißt es außerdem, dass „eine wahrgenommene oder tatsächliche Penisverkürzung eine häufige Beschwerde ist“ und dass „eine sorgfältige Patientenauswahl, Beratung und Operationstechnik unerlässlich sind, um Komplikationen zu minimieren und die Patientenzufriedenheit zu maximieren“ [10].