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Kallmann-Syndrom

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Auch bekannt als

KS, Hypogonadotroper Hypogonadismus mit Anosmie, Olfaktogenitale Dysplasie, Olfaktogonadale Dysplasie, De-Morsier-Syndrom

Definition

Das Kallmann-Syndrom (KS) ist eine angeborene genetische Störung, die durch das gemeinsame Auftreten eines hypogonadotropen Hypogonadismus (HH), der zu fehlender oder verzögerter Pubertät sowie Unfruchtbarkeit führt, und einer Anosmie oder Hyposmie (fehlender oder verminderter Geruchssinn) gekennzeichnet ist.1 Diese Erkrankung entsteht durch eine Entwicklungsstörung bei der embryonalen Migration von Gonadotropin-Releasing-Hormon-(GnRH-)Neuronen von der Riechplakode zum Hypothalamus.9, 10 Normalerweise wandern diese Neuronen zusammen mit den Riechnerven durch die Lamina cribrosa zum Hypothalamus, wo sie die Fortpflanzungsfunktion steuern.9, 10 Defekte in diesem Migrationsweg beeinträchtigen sowohl die Geruchsfunktion als auch die GnRH-Sekretion, was zu den charakteristischen Merkmalen des KS führt.9, 10 Tritt ein GnRH-Mangel ohne olfaktorische Defekte auf, wird das Krankheitsbild als normosmischer idiopathischer hypogonadotroper Hypogonadismus (nIHH) bezeichnet.7, 11

Die genetische Grundlage des Kallmann-Syndroms ist heterogen; Mutationen in über 40 Genen werden mit seiner Ätiologie in Verbindung gebracht, was häufig zu variablen Begleitmerkmalen führt.12 Die am häufigsten identifizierten genetischen Mutationen betreffen ANOS1 (ehemals KAL1) und FGFR1. Dennoch bleibt ein erheblicher Teil der Fälle (35–45 %) ohne eine derzeit nachweisbare genetische Ursache.6, 13, 14, 15 Weitere mit dem KS assoziierte Gene sind unter anderem PROK2, PROKR2, CHD7, FGF8 und SOX10.6, 16, 17 Die Vererbungsmuster können X-chromosomal-rezessiv (z. B. ANOS1-Mutationen), autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv sein, wenngleich viele Fälle auf sporadischen Mutationen beruhen.6

Klinischer Kontext

Ein Kallmann-Syndrom wird typischerweise bei Jugendlichen vermutet, die sich mit verzögerter oder ausbleibender Pubertät vorstellen, oft begleitet von einem angegebenen fehlenden Geruchssinn (Anosmie oder Hyposmie).6 Die klinische Untersuchung kann weitere assoziierte Merkmale wie Kryptorchismus (Hodenhochstand), Mikropenis bei männlichen Patienten, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, einseitige Nierenagenesie und Synkinesien (Spiegelbewegungen der Hände) aufzeigen.6, 15, 20, 21, 22 Eine familiäre Vorbelastung mit verspäteter Pubertät oder diagnostiziertem KS kann ebenfalls hinweisend sein.6

Die diagnostische Bestätigung umfasst hormonelle Untersuchungen, bildgebende Verfahren und gegebenenfalls genetische Tests. Laborbefunde zeigen typischerweise niedrige Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH), des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und der Sexualsteroide (Testosteron bei Männern, Östradiol bei Frauen) trotz normalem oder niedrigem GnRH (infolge einer hypothalamischen Dysfunktion).6, 48 Die über die Gonadotropinsekretion hinausgehende Hypophysenfunktion ist im Allgemeinen normal.5 Ein MRT des Gehirns kann eine Aplasie oder Hypoplasie des Bulbus olfactorius zeigen, was ein wichtiges diagnostisches Merkmal des KS ist.5, 6, 48, 50

Das Management des Kallmann-Syndroms konzentriert sich auf die Hormonersatztherapie (HRT), um die sekundären Geschlechtsmerkmale zu induzieren und aufrechtzuerhalten, die Knochengesundheit zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern. Zur Induktion der Fertilität können eine pulsatile GnRH-Therapie oder Behandlungen mit Gonadotropinen (hCG und hMG/FSH) wirksam sein.6 (Quelle: PMC9477064, Einleitung) Eine chirurgische Korrektur des Kryptorchismus kann erforderlich sein. Aufgrund des Risikos einer Osteoporose infolge eines anhaltenden Hypogonadismus werden häufig Knochendichtemessungen sowie eine Supplementierung mit Vitamin D und Kalzium empfohlen. (Quelle: StatPearls NBK538210, Einleitung)

Wissenschaftliches Zitat

[1] Sonne J, Leslie SW, Lopez-Ojeda W. Kallmann Syndrome. [Updated 2024 Dec 11]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK538210/

[5] (Reference for MRI/diagnosis from StatPearls NBK538210)

[6] (General clinical features/genetics reference from StatPearls NBK538210)

[7] (Reference for nIHH from StatPearls NBK538210)

[9] (Reference for GnRH migration from StatPearls NBK538210)

[10] (Reference for GnRH migration from StatPearls NBK538210)

[11] (Reference for nIHH from StatPearls NBK538210)

[12] (Reference for genetic heterogeneity from StatPearls NBK538210)

[13] (Reference for ANOS1/FGFR1 from StatPearls NBK538210)

[14] (Reference for ANOS1/FGFR1 from StatPearls NBK538210)

[15] (Reference for ANOS1/FGFR1 and associated features from StatPearls NBK538210)

[16] (Reference for other genes from StatPearls NBK538210)

[17] (Reference for other genes from StatPearls NBK538210)

[20] (Reference for associated features from StatPearls NBK538210)

[21] (Reference for associated features from StatPearls NBK538210)

[22] (Reference for associated features from StatPearls NBK538210)

[48] (Reference for lab findings/MRI from StatPearls NBK538210)

[50] (Reference for MRI diagnosis from StatPearls NBK538210)

Zhang P, Fu JY. X-linked recessive Kallmann syndrome: A case report. World J Clin Cases. 2022 Sep 6;10(25):8990-8997. doi: 10.12998/wjcc.v10.i25.8990.

PubMed ID: 35899427 (Convergent biological pathways underlying the Kallmann syndrome...)

Nature s41431-022-01261-0 (Panel testing for the molecular genetic diagnosis...)

Nature nature24265 (Landscape of X chromosome inactivation...)

Nature s41598-020-68251-4 (RPmirDIP: Reciprocal Perspective improves miRNA targeting...)