Ausführliche Antwort
Die EAU-Leitlinien 2025 zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit erkennen an, dass das Alter einer der mit erektiler Dysfunktion verbundenen Risikofaktoren ist¹. Auch wenn die Leitlinien normale altersbedingte Veränderungen des Penisumfangs nicht konkret beziffern, erkennen sie an, dass bestimmte Erkrankungen und Behandlungen, wie die Peyronie-Krankheit und die Prostatakrebsbehandlung, den Penis verkürzen können. Eine in den Leitlinien zitierte aktuelle Studie zeigte, dass eine geringere Penetrationstiefe bei einer durchschnittlichen Verkürzung der Penislänge um 15 % zu einer statistisch signifikanten Verringerung der sexuellen Lust insgesamt um 18 % führte, was die Bedeutung der Penisabmessungen für die sexuelle Zufriedenheit unterstreicht². Altersbedingte Gefäßveränderungen, wie eine verminderte Durchblutung, können zu einer verminderten Erektionsfähigkeit beitragen³. Zudem können hormonelle Veränderungen, insbesondere der altersbedingt sinkende Testosteronspiegel, die Zusammensetzung und Größe des Penisgewebes beeinflussen⁴. Die Leitlinien zitieren eine Studie, in der 45 % der Männer angaben, sich einen größeren Penis zu wünschen, obwohl 84 % der Frauen mit der Penisgröße ihres Partners zufrieden waren⁵.
Für Männer mit einer ausgeprägten altersbedingten erektilen Dysfunktion erörtern die Leitlinien mehrere Arten von Penisimplantaten, die die Erektionsfähigkeit wiederherstellen können, weisen jedoch darauf hin, dass Implantate die Penislänge nicht vergrößern⁶. Dazu gehören aufblasbare (zweiteilige und dreiteilige) und formbare (semirigide) Implantate. Das dreiteilige aufblasbare Implantat besteht aus einem Zylinderpaar, das in die Schwellkörper (Corpora cavernosa) implantiert wird, einer im Hodensack platzierten Pumpe und einem flüssigkeitsgefüllten Reservoir im retropubischen Raum⁷. Dieser Typ ermöglicht die natürlichste Erektion mit weitreichender Kontrolle über Steifigkeit und Umfang⁸.
Die Leitlinien betonen, dass die Zufriedenheitsraten mit Penisimplantaten bei angemessener Beratung hoch sind und bei 92–100 % für Patienten und 91–95 % für Partnerinnen und Partner liegen.⁹ Sie mahnen jedoch, dass eine sorgfältige Patientenauswahl und Beratung unerlässlich sind, da manche Männer mit einer auf die Penisgröße fokussierten körperdysmorphen Störung von penisvergrößernden Eingriffen möglicherweise nicht profitieren¹⁰. Für Männer, die sich ohne erektile Dysfunktion Sorgen um altersbedingte Veränderungen des Penisumfangs machen, ist ein sinnvoller allgemeiner Schritt, beeinflussbare Risikofaktoren anzugehen, die die Gefäßgesundheit beeinträchtigen können, darunter Rauchstopp, regelmäßige körperliche Bewegung und die Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck¹¹. Die Leitlinien weisen auch darauf hin, dass bestimmte Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sich nachteilig auf die Erektionsfähigkeit auswirken können, während neuere Medikamente eine neutrale oder sogar positive Wirkung gezeigt haben¹². Wichtig ist zu verstehen, dass der subjektive Eindruck der Penisgröße die Sexualfunktion und die Lebensqualität negativ beeinflussen kann und das Sexualleben von etwa 10 % der Männer beeinträchtigt¹³. Bei Patienten, die eine Penisvergrößerung anstreben, steigt dieser Anteil stark an¹⁴. Die Leitlinien betonen, dass Ärztinnen und Ärzte psychisch vulnerable Männer durch eine gezielte psychologische Beurteilung erkennen können sollten und eine Psychotherapie in Betracht ziehen sollten, wenn einem Wunsch nach Penisvergrößerung psychische Ursachen zugrunde liegen¹⁵.
Aus den Leitlinien
„Eine aktuelle Studie zeigte zudem, dass eine geringere Penetrationstiefe bei einer durchschnittlichen Verkürzung der Penislänge um 15 % zu einer statistisch signifikanten Verringerung der sexuellen Lust insgesamt um 18 % führte.“ (S. 90)