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Kann Massage bei erektiler Dysfunktion helfen?

Erektile Dysfunktion

Ausführliche Antwort

Die Leitlinien der European Association of Urology (EAU) 2025 zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit erkennen Massage nicht an und empfehlen sie nicht als wirksame Behandlungsoption für die erektile Dysfunktion (ED)¹. Die Leitlinien enthalten einen umfassenden Behandlungsalgorithmus für ED, der für jeden Patienten entsprechend der Invasivität, Verträglichkeit und Wirksamkeit der einzelnen Optionen sowie seiner Erwartungen angepasst wird; Massagetherapie gehört jedoch nicht zu diesen anerkannten Maßnahmen². Zu den von den EAU-Leitlinien empfohlenen Erstlinienbehandlungen gehören Änderungen des Lebensstils, die Beeinflussung veränderbarer Risikofaktoren und orale Medikamente wie Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer)³. Diese oralen Medikamente bleiben aufgrund ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit, einfachen Anwendung und ihres günstigen Sicherheitsprofils bei sachgerechter Verordnung die Standard-Erstlinientherapie für die meisten Männer mit ED⁴. Für Patienten, die auf orale Medikamente nicht ansprechen oder diese nicht anwenden können, empfehlen die Leitlinien Optionen wie intrakavernöse Injektionen sowie – für gut informierte Patienten, die eine nicht-invasive, medikamentenfreie Option wünschen – Vakuumerektionshilfen⁵. Diese Behandlungen haben ihre Wirksamkeit in klinischen Studien gezeigt und werden von den Leitlinien für geeignete Patienten befürwortet, insbesondere für diejenigen, die orale Medikamente nicht einnehmen können oder nicht darauf ansprechen⁶. Die Implantation einer Penisprothese kann in Betracht gezogen werden, wenn andere Optionen nicht geeignet sind oder nicht gewirkt haben oder wenn ein Patient eine definitive Therapie bevorzugt⁷. Die EAU-Leitlinien unterscheiden zwei Hauptklassen von Penisimplantaten: aufblasbare (zwei- und dreiteilige) und semirigide (formbare, mechanische und weich-flexible) Prothesen⁸. Diese chirurgischen Eingriffe weisen bei angemessener Beratung hohe Zufriedenheitsraten auf (92–100 % bei Patienten und 91–95 % bei Partnerinnen und Partnern)⁹. Weitere neue Therapien, die in den Leitlinien erwähnt werden, sind die niedrigintensive Stoßwellentherapie, für die die Leitlinien bei ausgewählten Männern mit vaskulogener ED eine schwache Empfehlung aussprechen, und Injektionen von plättchenreichem Plasma, die nur im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden sollten¹⁰. Doch selbst unter diesen experimentellen Ansätzen wird Massage in den Leitlinien weder erwähnt noch durch Evidenz gestützt¹¹. Für Patienten mit erektiler Dysfunktion ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen, damit je nach individueller Situation geeignete, evidenzbasierte Behandlungen empfohlen werden können, statt auf unbewiesene Maßnahmen wie Massage zurückzugreifen, die in den maßgeblichen Leitlinien nicht wissenschaftlich gestützt sind¹².

Aus den Leitlinien

„Nach der Injektion sollte die Einstichstelle komprimiert und der Schwellkörper massiert werden, um die Verteilung des Medikaments zu erleichtern.“ (S. 111) - Hinweis: Dieses Zitat bezieht sich auf Massage im Zusammenhang mit der Medikamentengabe zur Behandlung von Priapismus, nicht als Therapie der erektilen Dysfunktion.

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