Auch bekannt als
Geringe Spermienzahl, Oligozoospermie
Definition
Oligospermie, auch Oligozoospermie genannt, ist ein medizinischer Zustand, der durch eine Spermienkonzentration gekennzeichnet ist, die unter dem festgelegten Referenzwert liegt, insbesondere weniger als 15 Millionen Spermien pro Milliliter (ml) Ejakulat.1 Es kommt häufig bei männlicher Unfruchtbarkeit vor, da eine verringerte Spermienzahl die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung verringert.1 Oligospermie kann anhand der Spermien weiter klassifiziert werden Konzentration: leicht (10 bis <15 Millionen Spermien/ml), mäßig (5 bis <10 Millionen Spermien/ml) und schwer (<5 Millionen Spermien/ml).1
Klinischer Kontext
Oligospermie ist ein Schlüsselfaktor bei der Beurteilung männlicher Unfruchtbarkeit, von der bis zu 15 % der Paare weltweit betroffen sind, wobei ein männlicher Faktor für etwa die Hälfte dieser Fälle verantwortlich ist.1 Die klinische Abklärung von Oligospermie umfasst eine umfassende Anamnese, eine körperliche Untersuchung und eine Samenanalyse als ersten Schlüsseltest.1 Die Bewertung zielt darauf ab, reversible Ursachen wie Hormondefizite zu identifizieren (z. B. hypogonadotroper Hypogonadismus aufgrund einer Funktionsstörung des Hypothalamus oder der Hypophyse), Arzneimittelwirkungen, retrograde Ejakulation oder anatomische Anomalien wie Varikozele.1 Umwelteinflüsse und Lebensstilfaktoren können ebenfalls dazu beitragen.1
Die zugrunde liegenden Ursachen können vielfältig sein, darunter endokrine Störungen, genetische Syndrome (z. B. Klinefelter-Syndrom, Kallmann-Syndrom), Infektionen des Fortpflanzungstrakts, Funktionsstörungen der Hoden (z. B. aufgrund von Hodenhochstand, Tumoren) oder Störungen im Spermientransportsystem.1 In einem erheblichen Prozentsatz der Fälle (60–75 %) bleibt die Ursache der Oligospermie bestehen idiopathisch (unbekannt), auch nach gründlicher Untersuchung.1
Die Auswahl des Patienten für bestimmte Behandlungen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Beispielsweise können hormonelle Ungleichgewichte mit einer Hormontherapie behandelt werden. Bei Varikozelen kann eine chirurgische Korrektur in Betracht gezogen werden. Bei idiopathischer Oligospermie oder wenn bestimmte Behandlungen unwirksam sind, werden häufig assistierte Reproduktionstechnologien (ART) wie In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) empfohlen.1 Die erwarteten Ergebnisse variieren stark je nach Ursache, Schweregrad und Behandlungsmodalität. Es ist auch wichtig, die psychologischen Auswirkungen einer Oligospermie-Diagnose zu berücksichtigen.1
