Ausführliche Antwort
Penisimplantate stellen eine definitive chirurgische Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) dar und werden typischerweise dann empfohlen, wenn weniger invasive Optionen wie orale Medikamente unwirksam oder ungeeignet sind. Es gibt zwei Haupttypen von Penisimplantaten: aufblasbare (zwei- und dreiteilige) und halbstarre (formbare, mechanische und weichflexible) Geräte. Beide wirken mechanisch, um eine Erektion hervorzurufen, und umgehen dabei die Gefäßbahnen, die typischerweise durch orale ED stimuliert werden Medikamente.
Da Penisimplantate ihre Steifheit durch physikalische Mechanismen erreichen – entweder durch das Pumpen von Flüssigkeit in aufblasbare Zylinder oder durch manuelles Positionieren formbarer Stäbe – besteht kein physiologischer Bedarf für eine verbesserte Durchblutung des Penis. Daher sind orale ED-Medikamente (Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer, PDE5Is) bei Männern mit einer ordnungsgemäß funktionierenden Penisprothese grundsätzlich nicht indiziert.
Klinische Richtlinien definieren die Penisprothesenimplantation eindeutig als Behandlungsoption für Patienten, die für andere Pharmakotherapien nicht geeignet sind oder eine definitive Therapie bevorzugen, und für diejenigen, die auf andere Behandlungsmodalitäten nicht ansprechen. Folglich brechen Personen, die sich dieser Operation unterziehen, in der Regel die Einnahme oraler ED-Medikamente ab. Bei der postoperativen Pflege stehen Genesung, Gerätefunktionalität und Patientenzufriedenheit im Vordergrund pharmakologische Intervention.
Die aktuellen klinischen Leitlinien EAU befassen sich nicht speziell mit der gleichzeitigen Anwendung oraler ED-Medikamente mit Penisimplantaten bei erektiler Dysfunktion und empfehlen diese auch nicht. Die Leitlinien konzentrieren sich auf Penisprothesen als Option, wenn andere Behandlungen versagt haben oder ungeeignet sind, wobei der Schwerpunkt auf der richtigen Patientenauswahl, chirurgischen Techniken und dem Komplikationsmanagement liegt und nicht auf der Verwendung zusätzlicher Medikamente.
In speziellen klinischen Kontexten, die in den EAU-Richtlinien nicht ausdrücklich behandelt werden, könnten Gesundheitsdienstleister individuelle Ansätze für das Patientenmanagement in Betracht ziehen. Die Leitlinien EAU bieten jedoch keine evidenzbasierten Empfehlungen für die Kombination oraler ED-Medikamente mit funktionellen Penisimplantaten.
Konsultieren Sie immer Ihren Urologen, bevor Sie über die Einnahme von Medikamenten nach einer Penisimplantation nachdenken. Durch die unnötige Einnahme von Medikamenten können Sie Nebenwirkungen oder Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein, darunter Kopfschmerzen, Hitzewallungen oder Herz-Kreislauf-Stress.
Aus den Leitlinien
„Die chirurgische Implantation einer Penisprothese kann bei Patienten in Betracht gezogen werden, die i) für andere Pharmakotherapien nicht geeignet sind oder eine definitive Therapie bevorzugen und ii) auf andere Behandlungsmodalitäten nicht ansprechen.“